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Weiswampach - Öslinger Gemeinde als Pionier beim Kläranlagenbau Imprimer Envoyer

Tags: Bourgmestre | Weiswampach

Magazine Echo 2008-5

Weiswampach

 

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Vor allem Prioritäten beim Schulwesen

Echo sprach mit Bürgermeister Henri Rinnen aus Weiswampach, der vor allem Prioritäten beim Schulwesen, der Umwelt, dem Tourismus und den Arbeitsplätzen setzt.

Echo: Können Sie sich als Bürgermeister der Gemeinde Weiswampach kurz vorstellen?

Henri Rinnen

Ich wurde 1948 geboren und bin in der Gemeinde aufgewachsen. Ich habe fast mein ganzes Leben hier verbracht. Die Entwicklung unserer Gemeinde hat mir schon immer stark am Herzen gelegen. Seit 1984 bin ich Präsident unseres Syndikats und wurde 1988 in den Gemeinderat gewählt. Das Bürgermeisteramt habe ich im Jahr 1995 angetreten. Ich habe mich stets dafür eingesetzt, dass es mit der Entwicklung der Gemeinde voran geht.

Echo: Was ist typisch für die Gemeinde Weiswampach?

Henri Rinnen

Das ist wirklich schwer zu sagen. Weiswampach hat in den letzten 30 Jahren einen ganz starken Wandel durch gemacht. Mein Vater war von 1964 bis 1969 Bürgermeister. Damals war die Gemeinde noch viel ländlicher als heute und der Tourismus noch kein Thema. Die Bürger haben hier gelebt und gearbeitet. Durch Landflucht hat die Gemeinde einen extremen Wandel erlebt. Mein Vorgänger Mathias Schon hat dann die Weichen für den Tourismus gestellt und zum Beispiel die zwei Seen mit dem großen Camping geschaffen. Seitdem sind wir stark touristisch orientiert. Bei meinem Amtsantritt im Jahre 1995 war mir klar, dass wir nur mit dem Tourismus allein nicht alles erreichen können. Das ist unmöglich, sowohl vom Potiential wie von den finanziellen Möglichkeiten her. Mir lag immer am Herzen hier Arbeitsplätze zu schaffen. Heutzutage gibt es ja das moderne Schlagwort, dass dort wo wir leben, wir auch die Möglichkeit haben sollten, arbeiten zu können. In diese Richtung habe ich die Prioritäten gesetzt. Wir hatten auch viel Nachholbedarf im Schul-Bereich sowie bei der Abwasserentsorgung. Gleich neben den beiden Seen mit ihrem sauberen trinkbaren Wasser schliesst ein Naturschutzgebiet an, welches auch das Quellengebiet der Seen umfasst. In diesem geschützten Bereich wächst auch die bei uns selten gewordene Pflanze Arnika. Die seit 2003 offiziell funktionierende neue Kläranlage ist die Modernste im ganzen Ösling. Ich möchte damit betonen, wie wichtig der Umweltschutz für unsere Gemeinde ist.

Echo: Wie sieht es mit dem Gewerbe aus?

Henri Rinnen

Ich bin auch überzeugt, dass durch die große Nationalstraße, besser bekannt als N7, welche durch unsere Gemeinde führt, ein großes Entwicklungspotential vorhanden ist. Wir schufen auch Arbeitsplätze. Unsere Gemeinde mit knapp 1.300 Einwohnern bietet über 1.000 Arbeitplätze, mit steigender Tendenz, in allen Bereichen, vom ungelernten Arbeitnehmer bis zum Hochschulabsolventen. Die Bürger können viel Geld sparen, wenn nicht alle Familienmitglieder ein Auto benötigen. Wer zu Fuß oder mit dem Nahverkehr zum Arbeitsplatz kommt, hat einen großen Gewinn an Lebensqualität und dank der kurzen Arbeitwege mehr Freizeit. In enger Zusammenarbeit mit dem Transportministerium wurde der öffentliche Nahverkehr ausgebaut, so dass jetzt Busse im Stundenverkehr durch die Gemeinde fahren. Alle Ortschaften werden täglich mindestens 6 bis 7 mal von den Bussen angefahren. Der öffentliche Nahverkehr ermöglicht es den Bürgern, ohne Auto nach Diekirch oder Ettelbruck zum Arbeitsplatz, Arzt oder Krankenhaus zu gelangen.

Echo: Wie sieht es in der Gemeinde mit den Infrastrukturen aus?

Henri Rinnen

Wegen den grossen Entfernungen haben wir kein Gasnetz. Die Wassernetze wurden überall in der Gemeinde erneuert. Es muss noch ein neuer Wasserbehälter gebaut werden. 3 Strassen müssen erneuert werden. Im Jahre 2000 konnten wir die Einweihung einer neuen, modernen Schule feiern, welche auch mit Computern eingerichtet ist. Diese Schule hat noch freie Kapazitäten, so dass ein Zuwachs an Einwohner locker verkraftet wird. Auch ist sie durch die vorsorglich ausgerichtete Infrastruktur schnell und ohne grosse Unkosten erweiterungsfähig. Die neue Kläranlage ist für rund 5.000 Einwohner Gleichwerte dimensioniert. Diese Reserven sind also groß genug, um in den nächsten Jahren diesbezüglich nicht mehr investieren zu müssen. Zusammen mit der Schule wurde am Fussballfeld ein neuer Sanitärbereich mit Duschen gebaut. Die Gemeinde hat noch 5 Hektar Land neben dem Fußballfeld gekauft. Auf diesem Gelände besitzt die Gemeinde noch etwa 5 Ha Land, so dass ohne weiteren Landkauf notwendige Infrastrukturen für die Gemeinschaft hier angesiedelt werden. In diesem Jahr werden erste Massnahmen getroffen, um eine „Maison Relais“ und eine multifunktionelle Halle für Sport und Kultur zu schaffen. Deshalb wollen wir einen Blick über die Grenzen unserer Gemeinde hinaus werfen und uns anderswo informieren. So können wir sehen, wie andere Gemeinden ihre Projekte in Angriff genommen haben und daraus lernen, mögliche Probleme und Fehler zu vermeiden.

Echo: Was waren die wichtigsten Projekte während Ihrer Zeit als Bürgermeister?

Henri Rinnen

Ein ganz wichtiges Projekt war natürlich die Schule. Den Kindern wurden moderne Computer zu Verfügung gestellt. Das ist eine gute Vorbereitung für die weiter führenden Schulen und späteren Arbeitsplätze. Viel wurde in den Tourismus investiert, beispielsweise im sanitären Bereich. Wir haben einen modernen Camping mit neuer Technologie. Meine Kollegen und ich sind sehr stolz auf unsere moderne Kläranlage. So hat der Umweltschutz in unserer Gemeinde stark an Bedeutung gewonnen. Ich habe nie eine Umweltbelastung unserer Gemeinde an eine andere Gemeinde weiter gegeben. Die Prioritäten unserer Gemeinde liegen beim Schulwesen, dem Tourismus, der Umwelt und parallel dazu bei der Arbeitsplatzentwicklung.

Echo: Wie sehen Sie die Zukunft der Gemeinde Weiswampach?

Henri Rinnen

Henry Rinnen: Die Zukunft einer Gemeinde hängt auch immer vom politischen Willen der Obrigkeit ab. Die momentane Entwicklung in unserer Gemeinde will ich nicht bremsen. Ich bin im jetzigen Moment noch nicht bereit, über eine mögliche Fusion nach zu denken. Ich bin überzeugt, dass bei einer Gemeindefusion die weitere Entwicklung der Gemeinde Weiswampach einen Knacks kriegt. Es würde nicht mehr so gut wie bisher weiter gehen.Was aber die nächsten Jahrzehnte bringen werden, weiß ich auch nicht. Wie meine Nachfolger die Dinge entscheiden werden, ist noch ungewiß. Ich persönlich sehe im Moment in Sachen Gemeindefusion keinen Bedarf für Weiswampach. Möglich dass, dies auch dadurch bedingt ist, dass ich schon von meinem 20ten Lebensjahr an immer selbstständig war. Ich habe da vielleicht eine andere Art und Weise verschiedene Dinge anzugehen und zu verwalten, als es im Beamtentum üblich ist. Ich denke, man muß auch eigene Wege gehen können und bei manchen Projekten schauen, welchen Zweck sie haben und was letztendlich dabei herauskommt. Ich muß Resultate sehen. Bei einer roten oder schwarzen Null kann ich noch Verständnis für manche Visionen aufbringen. Wenn staatliche Gelder aber sinnlos verplempert werden, setzt bei mir eine Blockade ein.

Echo: Gibt es noch eine Punkt wozu Sie etwas spezielles sagen wollen?

Henri Rinnen

Henri Rinnen: Was die momentane Landesentwicklung betrifft, sprich IVL usw, so habe ich für derlei Dinge nicht viel übrig. Vieles wird dabei an der Realität vorbei entwickelt. Schließlich können wir beim Verkehr das Rad der Zeit nicht zurück drehen. Was den öffentlichen Transport betrifft, muß man flexibel sein. Ich machte die Erfahrung, dass sich die Realität ihren eigenen Weg sucht und sich von keiner Obrigkeit alles vorschreiben läßt.

Administration communale

de Weiswampach
Op Lehmpudel
L-9991 Weiswampach
Tel: 978075-10
Fax: 978078
Email: secretariat@weiswampach.lu

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