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| Bech - Ländliche Idylle mit intakter Natur |
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Tags: Bech | Bourgmestre
| Magazine Echo 2008-1 | |||
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Bech - Ländliche Idylle mit intakter Natur Echo sprach mit dem Becher Bürgermeister Marc Pitzen über die Vorteile aber auch spezifischen Probleme kleiner ländlicher Gemeinden.
Echo: Könnten Sie sich als Bürgermeister kurz den Lesern vorstellen?Marc Pitzen: Ich arbeite als Staatsbeamter. Seit 2008 bin ich 20 Jahre lang in der Gemeindepolitik tätig. Die ersten 6 Jahre war ich Ratsmitglied, danach 12 Jahre Schöffe und nun seit 2007 Bürgermeister.
Echo: Was ist typisch für die Gemeinde Bech?Marc Pitzen: Ich denke die Gemeinde Bech ist noch eine intakte ländliche Gemeinde. Wir haben eine flächenmäßig große Gemeinde von 23 Quadratkilometern mit 11 Dörfern und momentan 1.050 Einwohnern, wovon Bech das größte Dorf ist. Hier läßt es sich eigentlich noch gut leben. Wir hatten die Chance, dass die Bevölkerung in den vergangenen Jahren nicht zu schnell wuchs. Wir konnten stets in punkto Lebensraum im Vorfeld auf den Bevölkerungswachstum agieren statt zu reagieren. Echo: Kann man sagen das Bech mit seinen 11 Dörfern eine dezentralisierte Gemeinde ist?Marc Pitzen: Es ist klar, dass Bech der Hauptort in der Gemeinde ist. In den anderen größeren Dörfern werden ebenfalls eine Reihe Dinge angeboten. So gibt es in den anderen Dörfern auch Festzelte. In zwei Dörfern gibt es Schulen. Die großen Fragen der Bürger betreffen zum Beispiel die Wasserversorgung und Abwasserklärung. Deshalb muß man soweit wie möglich die Bürger in allen Dörfern zufrieden stellen. Die Ansprüche der Bürger in allen 11 Dörfern sind identisch, was natürlich viel Arbeit für die politisch Verantwortlichen bedeutet. Es ist kostenintensiver elf Dörfer in punkto Infrastrukturen auf die Reihe zu kriegen, als wenn es sich nur um ein Dorf handelt. Man braucht wesentlich größere Wegnetze, Wasserleitungen, usw. Echo: Gibt es in einer Gemeinde wie Bech andere Priroritäten als zum Beispiel in Düdelingen, Esch-Alzette oder anderen größeren Gemeinden?Marc Pitzen: Das weiß ich nicht. Der Bürger hat aber Forderungen und das sind in Bech diesselben wie in Düdelingen. Es handelt sich bei unseren 1.050 Einwohnern vielleicht nicht um eine große, kritische Masse, aber wir können deren Ansprüche befriedigen.Wir haben zum Beispiel eine „Maison Relais“, die das ganze Jahr über von morgens 7 bis abends 6 Uhr geöffnet hat. Bech hat ferner eine autonome Wasserversorgung und eine zusammen mit den Nachbargemeinden gebaute regionale Schule. Bech war eine der ersten Gemeinden im Osten mit einem Kindergarten. Es gab hier etliche Sachen früher als in größeren Nachbargemeinden. Echo: Was ist der Hauptfokus in der Gemeinde Besch?Marc Pitzen: Natürlich ist die Landwirtschaft der Hauptfokus. Eine Reihe bäulicher Betriebe haben Nachfolger. Dort muss man keine Angst haben, dass die Betriebe aufhören. Für andere Betriebe wird in einigen Jahren Schluß sein. Die Landwirtschaft ist aber nur ein Teil unserer Betriebe, da noch viele kleinere Betriebe wie beispielsweise Handwerksbetriebe existieren. Es gibt in der Gemeinde natürlich auch gastronomische Betriebe, darunter zwei bekannte Betriebe. Die wenigsten Bürger finden aber in unserer Gemeinde eine Anstellung. Sie müssen an anderen Orten arbeiten, so zum Beispiel in der Stadt Luxemburg oder zum Teil auch in der Region. In der Region gibt es aber nicht viele offene Stellenangebote. Echo: Kann man Bech als Schlafgemeinde bezeichnen?Marc Pitzen: Für mich ist Bech keine Schlafgemeinde. Eine Schlafgemeinde zeichnet sich meiner Meinung nach dadurch aus, dass die Bürger dort nur schlafen, wohnen und den Rest der Zeit abwesend sind. Das ist in Bech nicht der Fall. Hier gibt es 26 oder sogar 27 Vereine mit einem sehr aktives Vereinsleben. Es gibt einen regen Austausch zwischen den Bürgern, die sich untereinander kennen. Wir wachsen langsam. Dadurch haben die Bürger noch die Möglichkeit, sich gegenseitig kennen zu lernen und zu integrieren. Die einheimischen Bürger können so die neu Hinzugezogenen kennen zu lernen. Wenn zuviele Neubürger auf einen Schlag in die Gemeinde kommen, ist dies nicht mehr möglich. Dann steigt das Risiko eine Schlafgemeinde zu werden. Dank unseren schulischen Infrastrukturen gibt es ganz viel Austausch zwischen den jungen Familien. Dort begegnen sich die Kinder und Eltern. Echo: Was waren Ihre wichtigsten Projekte der letzten Jahre? Marc Pitzen: Im Moment gibt es da 3 ganz wichtige Projekte. Eines dieser Projekte ist der sehr teure Bau einer Kläranlage für 3 Dörfer mit insgesamt 600 Einwohnern. Der Bau der Kläranlage kostet 6 Millionen Euro. Es ist das größte Projekt, das die Gemeinde jemals realisiert hat. Wir haben für das Projekt vom Staat einem Zuschuss bekommen. Wir müssen für die Anbindung zahlreiche Kollektoren bauen. Ein wichtiges Projekt ist der Bau einer neuen „Maison Relais“, die gemeinsam mit unserer Nachbargemeinde Manternach ins Leben gerufen wird. Das dritte wichtige Projekt ist eine Vorschule für Früherziehung in Berburg. So können die ganz kleinen Kinder von den größeren Kinder getrennt werden. Das bietet unseren Kinder ganz neue Möglichkeiten. Die Investitionen für unsere Familien, Kinder und Jugendlichen sind der wichtigste Teil unserer momentanen Gemeindepolitik. Echo: Was sind die wichtigsten politischen Projekte für die Zukunft der Gemeinde?Marc Pitzen: Ich habe große Angst, dass unsere Gemeinde zu groß werden könnte, wenn wir mit anderen größeren Gemeinden fusionieren müßten. Die Gemeinde würde dann nicht mehr überschaubar bleiben. Wir könnten nicht mehr so gut wie bisher im Sinne der Bürger arbeiten. In einem größeren Gefüge kann man als Politiker nicht mehr so gut für einzelne Bürger tätig werden. Man kennt sich dann nicht mehr so gut. Das ist ganz konkret meine Angst. Wir müssen unseren ländlichen Charakter bewahren. Es gibt hier noch intakte Natur und sehr schöne Dörfer. Den ländlichen Charakter unserer Gemeinde zu erhalten ist daher sehr wichtig. Echo: Was hat es mit der Bildchen genannten Marienstatue in einem hohlen Baum in Altrier auf sich?Marc Pitzen: Dieser Baum soll der älteste Baum in unserem Land sein. Er wurde als Naturdenkmal eingestuft. Er ist auch ein Platz der Marienverehrung. Jährlich findet dort am 15ten August (Maria Himmelfahrt) eine Lichterprozession statt. Wir sind auf diesen Ort ganz besonders stolz. Dort kommen sehr viele Touristen hin. Überhaupt ist Altrier von seiner Geschichte her interessant. Zu den archäologischen Zeugen aus der Frühzeit des Ortes gehört ein Keltengrab.Es gibt sehr viele Funde aus der Römerzeit. Die so genannte Schanz in Altrier ist ein sehr früh besiedelter Ort. Es muss überlegt werden, wie dies alles in der Zukunft für den regionalen Tourismus noch interessanter gestaltet werden könnte. Echo: Sind Sie auch an dem Mullerthal-Trail beteiligt?Marc Pitzen: Wir sind an dem Mullerthal-Trail beteiligt. Dem Projekt ging eine lange Diskussion voraus. Es wurden neue Waldwege gestaltet, die ursprünglich nicht durch unsere Gemeinde führen sollten. Eine 9 Kilometer lange Schleife des Mullertal-Trails führt nun durch unsere Gemeinde. Der Weg verläuft an interessanten Plätzen vorbei, wie zum Beispiel dem Altrierer Bildstock oder die durch einen 200 Meter langen stillgelegten Eisenbahntunnel der ehemaligen Strecke Luxemburg - Echternach. Man wandert durch schöne Wälder und an Felswänden vorbei. Echo: Wie sehen Sie die Zukunft von Bech?Marc Pitzen: Ich hoffe, dass wir ländlich und eine lebenswerte Gemeinde für die jetztigen und zukünftigen Einwohner bleiben. Was ich nicht richtig nachvollziehen kann, ist hingegen die Diskussion über Gemeindefusionen. In den kleinen Ortsgemeinden gibt es noch keine parteipolitische Dominanz. Ich habe aber das Gefühl, dass diese Dominanz so importiert werden soll. Ich meine nicht, dass dies ein guter Weg ist. Unsere Gemeinde ist so, wie sie jetzt ist, sehr schön.
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