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Tags: Bourgmestre | Redange Attert
| Magazine Echo 2008-2 | |||
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Serge Bloes: Ich bin im Jahre 2000 in den Schöffenrat gewählt worden. Seit dem letzten Jahr bin ich Bürgermeister. Ich bin 48 Jahre alt und arbeite bei der Ackerbauverwaltung (ASTA in Mersch).
Echo: Könnten Sie sich als Bürgermeister kurz vorstellen?Serge Bloes: Ich bin im Jahre 2000 in den Schöffenrat gewählt worden. Seit dem letzten Jahr bin ich Bürgermeister. Ich bin 48 Jahre alt und arbeite bei der Ackerbauverwaltung (ASTA in Mersch). Echo: Was ist typisch für die Gemeinde Redingen?Serge Bloes: Redingen ist vor allem eine ländliche Gemeinde und Kantonalhauptort aber praktisch ohne Tourismus. Man kann von hier aus im Stundentakt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln Richtung Luxemburg und Ettelbruck fahren. Wir haben hier ein relativ großes Angebot an Geschäften wie zum Beispiel Bekleidungsgeschäfte, Schuhgeschäfte, Banken, Baumaterialhändler, Autowerkstätten und so weiter. Wir haben hier praktisch alles vor Ort, so dass niemand weit fahren muss für seine Einkäufe. Das Einkaufszentrum Cactus wird in nächster Zeit auf die doppelte Größe ausgebaut. Im September 2008 eröffnet das Atert-Lyzeum seine Tore. Dies bringt höchstwahrscheinlich noch einen kleineren Aufschwung mit sich. Leider liegen wir nicht an einer zentralen Verkehrsachse. Das kann ein Nachteil oder Vorteil sein. Für die Industrie ist unser Ort somit nicht so interessant. Deshalb bekommen wir auch nicht so viel Geld herein wie in anderen Gemeinden, die mehr Industrien haben und verkehrsgünstiger liegen. Echo: Was sind die Hauptpunkte oder Projekte der Gemeindepolitik?Serge Bloes: Unser Hauptprojekt ist die Maison Relais, die in ein adäquates Gebäude kommen soll. Momentan befindet sich die Maison Relais im hiesigen Altersheim, wo auch Ganztagsbetreuung angeboten werden kann. Nach den großen Ferien kommt noch eine zweites Gebäude hinzu, das aber auch noch zu klein ist. Deshalb soll ein ganz neues Gebäude entstehen, das 3 Millionen Euro kosten wird. Ein altes Gebäude wird hierzu ganz renoviert werden. Es handelt sich um die ehemalige Worré-Villa, umgeben von einem 2 Hektar großen Park. Ein anderes wichtiges Projekt ist das neue Gemeindeatelier, weil das bestehende Atelier im Rahmen des Lyzeumprojekts an den Staat verkauft wurde. In der Zukunft wird noch ein neues Zivilschutzgebäude entstehen. Das wird ein größeres Projekt werden, wobei wir hoffen, dass der Staat uns dabei unter die Arme greifen wird. Sonst weiß ich nicht, wie wir das als Gemeinde finanzieren können. Echo: Ist Redingen vom Gewerbe geprägt oder eher eine Schlafstadt für in der Stadt arbeitende Bürger?Serge Bloes: Ich würde sagen, dass beides auf Redingen zu trifft und die meisten hier arbeitenden Bürger nicht zwangsläufig hier wohnen. Die meisten hiesigen Bürger fahren entweder in Richtung Stadt oder in die Umgebung zur Arbeit. Es ist nicht so, dass der Großteil unserer Bürger auch hier beschäftigt wäre. Die kleineren Betriebe werden zwar meist von den hier wohnenden Besitzern geleitet. Dort arbeiten noch ein oder zwei zusätzliche Personen, die möglicherweise in der Gemeinde leben. Die meisten Bürger setzen sich aber ins Auto oder den Bus und fahren zur Arbeit. Echo: Was halten Sie von Gemeindefusionen, insbesondere im ländlichen Raum?Serge Bloes: Für mich sind diese Fusionen eine positive Angelegenheit, der ich aufgeschlossen gegenüber stehe. Nach den letzten Gemeindewahlen hatte ich bei einer Nachbargemeinden schon mal angeklopft, um diesen Weg zu beschreiten. Leider habe ich aber noch kein positives Echo bekommen. Die andere Gemeinde hatte einfach andere Vorstellungen. Wir arbeiten aber weiter gut zusammen. Ich gebe die Hoffnung nicht auf, zu gegebener Zeit eine sinnvolle Fusion in die Wege zu leiten. Echo: Wie steht es hier um die Infrastruktur?Serge Bloes: Unsere Infrastruktur ist eigentlich sehr gut. Wir haben eine Sporthalle und Schulen in zentralen Gebäuden. Da gibt es ferner noch ein Schwimmbad, die Regionalschule mit einer Musikschule und noch drei Primärschulklassen. Das hiesige Altersheim ist für den ganzen Redinger Kanton zuständig. Eine regionale Industriezone, die kantonal integriert ist, existiert in Redingen. Echo: Soll die Gemeinde weiter wachsen?Serge Bloes: Die Gemeinde muss sicherlich weiter wachsen. Die Infrastrukturen müssen nämlich mehr ausgenutzt werden als dies zur Zeit der Fall ist. Wir haben relativ kleine, effektive Schulklassen, die eher eine Tendenz nach unten als nach oben haben. Die Nachfrage nach bebaubarem Gelände ist zwar da ,doch leider wurde das durchaus vorhandene Gelände noch nicht für den Verkauf frei gegeben. Das ist unser großes Problem. Die angrenzenden Gemeinden haben dieses Problem nicht, weil sie nicht als IVL-Gemeinden gelten. Die Nachfrage ist da, aber es darf nicht gebaut werden. Echo: Hat Redingen für diesen Teil des Landes eine Vorbildfunktion?Serge Bloes: Das kann ich so nicht direkt sagen, weil hier auch sehr viel regional gearbeitet wurde. Deshalb kann man nicht sagen, dass eine einzige Gemeinde sich an der Spitze positioniert, sonst klappt es ja mit der Zusammenarbeit nicht mehr. Man muss als gleichwertige Partner zusammen arbeiten. Eine Chance sind die vielen kantonalen Infrastrukturen in Redingen. Die Gemeinde Redingen hätte es zum Beispiel nicht mehr geschafft, die Kosten für das Schwimmbad alleine zu tragen. Wir haben ein Ärztezentrum mit 9 Ärzten, wo auch Menschen aus dem Umland behandelt werden. Viele Menschen aus der Region erledigen hier ihre Einkäufe. Die Präsenz der Musikschule spielt dabei sicher auch eine Rolle. Eltern gehen einkaufen, während ihre Kinder in der Musikschule sind. Im großen und ganzen kann man aber sagen dass es rundherum Gemeinden gibt, in denen es sich genauso gut leben lässt wie in Redingen. Echo: Was sind besonders wichtige Projekte der nächsten Jahre?Serge Bloes: Der Zivilschutz ist zum Beispiel eines der Projekte, die richtig viel Geld kosten. Hinzu kommt die Erneuerung von Straßen und der Kanalisation. Eine weitere große Investition wird die Kläranlage sein. Die jetzige Kläranlage ist bei weiteren zusätzlichen Einwohnern überlastet. Das ist wichtig, damit Redingen auch zukünftig sauber bleibt. Redingen hat schon seit langem eine biologische Kläranlage. Echo: Wie sehen Sie die Zukunft von Redingen an der Attert?Serge Bloes: Als Hauptkantonalort muss Redingen gestärkt werden. Redingen muss aber wachsen um diese Rolle erfüllen zu können. In den letzten Jahren haben wir sehr stark auf die erneuerbaren Energien hin gearbeitet. Die erste große Biogasanlage des Landes ist auf Initiative der Gemeinde ins Leben gerufen wurden. Mit der Biogasanlage wird beispielsweise das Schwimmbad geheizt. Das kommende Lyzeum wird ebenfalls davon profitieren. Echo: Wenn Sie für die Zukunft einen Wusch frei hätten, was würde Sie sich wünschen?Serge Bloes: Viele Schöffen und Bürgermeister träumen natürlich von mehr Geld für die Infrastrukturen, um auch eine Chance zu haben, mit den Gemeinden mit mehr Industrie und in der Nähe der Stadt mithalten zu können. Diese Chance hat kaum eine der hiesigen Gemeinden. Wir möchten natürlich weiterhin ruhig und gut leben. Soweit die Finanzen es erlauben, versuchen wir alles Nötige anzubieten, um die Erwartungen der Bürger zu erfüllen. Echo: Gibt es noch einen Punkt, zu dem Sie etwas anmerken möchten?Serge Bloes: Relativ interessant ist der Redinger Kulturbereich. Hier gibt es ein bekanntes Café, in dem fast jeden Abend Konzerte stattfinden. Dadurch lernen viele von weiter weg her kommende Gäste Redingen kennen. Unser Schwimmbad hat rund 140.000 Besucher im Jahr. Ein Großteil der Kundschaft kommt aus dem nahe gelegenen belgischen Grenzgebiet. Sogar die Belgier besuchen gerne unser Schwimmbad. Sportlich gesehen hat sich in Redingen einiges getan, wie zum Beispiel die Veranstaltungen Fit for Marathon oder der Winterlauf belegen. So wurde der Bekanntheitsgrad von Redingen zusätzlich erhöht. Administration communale de Redange/Attert38 Grand rue L-8510 Redange/Attert Tel: 2362241 Fax: 23620428 www.redange.lu
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