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Beckerich - Gutes Wasser und Pionier auf dem Gebiet der Öko-Energie- Imprimer Envoyer

Tags: Beckerich

Magazine Echo 2008-3
beckerich

Echo sprach mit dem Beckericher Bürgermeister und Abgeordneten Camille Gira über die Erfolgsstory des Beckericher Wassers und Pionierleistungen der Gemeinde bei der ökologischen Energieversorgung

Echo: Könnten Sie sich dem Leser kurz vorstellen?

Camille Gira:

Ich bin 50 Jahre alt und war von 1982 bis 1990 erster Schöffe bei der Gemeinde Beckerich. Seit 1990 bin ich nun Bürgermeister und seit 1994 auch Abgeordneter bei den Grünen. Von Beruf bin ich Fluglotse und war von 1977 bis 1994 am Luxemburger Flughafen beschäftigt.

Echo: Was ist typisch für die Gemeinde Beckerich?

Camille Gira:

Die Gemeinde Beckerich ist eine ländliche Gemeinde. Schon seit Jahrhunderten gab es dort große Bauernhöfe. Heute gibt es hier noch über 20 landwirtschaftliche Betriebe. Es ist aber klar, dass sich in der heutigen Zeit die Bevölkerungsstruktur verändert hat. Viele Bürger der Gemeinde arbeiten in der Stadt Luxemburg. Typisch für die Gemeinde Beckerich sind auch unsere Energieprojekte. Innerhalb von 10 bis 15 Jahren wollen wir unabhängig vom Öl sein und auch unseren Strom komplett selbst produzieren.

Echo: Was waren die wichtigsten Projekte der Gemeinde in den letzten Jahren?

Camille Gira:

Unsere wichtigsten Projekte waren die Energieprojekte. Wir sind schon 1995 dem internationalen Klimabündnis beigetreten. Seitdem haben wir Energiekonzepte erarbeitet und systematisch weiter entwickelt. Uns freut natürlich, dass sich die einst rein ökologischen Projekte durch die steigenden Energiepreise nun auch als ökonomisch und sozial wertvoll erwiesen haben. In den nächsten Jahren werden die Bürger der Gemeinde nicht mehr so stark von Öl und Gas abhängig sein. Im Jahre 1997 wußten die meisten Bürger des Landes noch nicht einmal, was eine Maison Relais ist, als wir schon eine Maison Relais hatten. Inzwischen hat sie sich so gut entwickelt, dass wir nun sogar ein zusätzliches Gebäude benötigten. Jedes Jahr profitieren bis zu 100 Kinder von diesem Service. Das ist ein ganz wichtiges Projekt für die Chancengleichheit der Geschlechter im Berufsleben, Kinder mit Lernschwierigkeiten und die Integrationsarbeit.

Echo: Was bedeutet das Beckericher Wasser für die Gemeinde?

Camille Gira:

Die Erfolgsgeschichte des Beckericher Wasser fing in den Jahren 1983/84 an und war ein Verdienst meines Vorgängers. Damals war kein Geld in der Gemeindekasse und es gab keine Arbeitsplätze in der Gegend. Der vorherige Bürgermeister hatte die gute Idee, unsere Quellen bekannt zu machen. Beckericher Wasser hat eine exzellente Qualität und erfüllt alle gesetzlichen Bestimmungen. Inzwischen arbeiten 65 Personen für die Beckericher Quellen und es werden 200 Millionen Flaschen jährlich in ganz Europa verkauft. Wir haben dafür gesorgt, dass unser Wasser sauber bleibt und immer noch das gleiche gute Wasser bei uns aus den Leitungen fließt. Die Firma läuft sehr gut und die Gemeinde ist zu 15 Prozent Aktionär. 300.000 Euro Gewinn kommen jährlich der Gemeinde zugute.

Echo: Wie entwickelt sich das Gewerbe in Ihrer Gemeinde?

Camille Gira:

An der Grenze haben wir das Einkaufszentrum Pall-Center und viel Tanktourismus. Ich bin ganz froh darüber, dass sich Betriebe wie zum Beispiel eine Schlosserei mit an die 10 Arbeitsplätzen etablierten. Wie es sich für eine frühere Bauerngemeinde gehört, gibt es hier auch einen großen Maschinenhändler und eine Raiffeisensparkasse. Bedingt durch unsere Energieprojekte sind eine ganze Reihe Betriebe in diesem Bereich tätig, zum Beispiel als Verkäufer von Holzpellets, Sonnenkollektoren oder Windrädern. Internet und die neuen Kommunikationstechniken bieten der ländlichen Bevölkerung neue Chancen. Dank dem Internet muß heutzutage nicht mehr alles in der Hauptstadt zentralisiert sein, weshalb eine Firma aus der Stadt zu uns gezogen ist. Grenzgänger brauchen nicht mehr Stunden auf der Autobahn zu zu bringen, wenn sie in Beckerich eine Arbeit finden.

Echo: Wie sieht es mit dem Tourismus aus?

Camille Gira:

Wenn die nötigen Infrastrukturen nicht vorhanden sind, kommen auch keine Touristen. Die Gemeinde hat deshalb einen Hauskomplex gekauft und dort ein Cafe und Restaurant eingerichtet. In der Nähe des Restaurants soll ein kleines Hotel mit 30 Zimmern gebaut werden, in Kombination mit 15 Appartements für betreutes Wohnen älterer Bürger. Auf diese Weise trägt sich das Projekt auf jeden Fall. Die Projekte im Bereich Umwelt, Energie, Lebensqualität und Nachhaltigkeit sind eigentlich alle von der selben Philosophie getragen. Auch das Hotel soll daher möglichst wenig Energie verbrauchen und eine moderne Bausubstanz aufweisen.

Echo: Wie entwickelt sich der öffentliche Verkehr?

Camille Gira:

Im Jahre 1995 wurde im Kanton Redingen eine Volksbefragung zum Thema öffentlicher Verkehr gemacht. Nach den Befragungen wurde ein Pilotprojekt für den ländlichen Raum beschlossen. Seither gibt es im Kanton Redingen den Stundentakt, der bei der Bevölkerung sehr gut ankam und noch ausgebaut wurde. Die Busse fahren in Beckerich von morgens 6 Uhr bis abends 11 Uhr in die Stadt Luxemburg. Viele Frauen fahren mit dem Bus in die Nachbargemeinden um dort als Haushaltshilfe zu arbeiten. Sie kehren mit dem Bus wieder rechtzeitig zurück, um für ihre heimkehrenden Kinder zu kochen. Der soziale Aspekt des öffentlichen Verkehrs wurde in Luxemburg leider viel zu lange vernachlässigt, weil man einfach davon ausging, dass Jeder jederzeit mobil sei und jede Familie mindestens zwei Autos besitze. Das ist aber nicht der Fall, da 2001 noch 21 Prozent der Haushalte gar kein Auto hatten. Es gibt heute viele Familien mit nur einem Auto. Wenn das Fahren mit dem Auto noch teuerer wird, verschlechtert sich die Situation weiter. Deshalb ist es extrem wichtig, dass der öffentliche Transport im ländlichen Raum weiter gefördert wird. So können noch mehr Frauen ohne zweites Auto arbeiten gehen.

Echo: Wie sieht die Beckericher Gemeindepolitik der nächsten Jahre aus?

Camille Gira:

Die Energieprojekte haben Priorität. Eines der großen Ziele unserer Gemeindepolitik ist es in den nächsten 10 bis 15 Jahren zumindest in der Stromversorgung der Haushalte unabhängig zu werden. Seit 2004 gibt es eine Biogasanlage als privates Projekt von 19 Landwirten. Desweiteren investierten schon über 10 Prozent der Haushalte in die Solarenergie. Wir produzieren bereits heute 90 Prozent des Stroms für unsere Gemeinde selbst. Auch das Heizen mittels Holzpellets verbreitet sich hier immer stärker. Wir werden das Einsparen von Strom nach und nach immer weiter ausbauen, um bis zu 25 Prozent Strom einzusparen. Haushalte, die Dächer und so weiter isolieren, werden Vergünstigungen erhalten. Ich hoffe, dass wir in 10 oder 15 Jahre so weit sind, dass uns die steigenden Energiepreise egal sein können.

Administration communale Beckerich
6, Dikrecherstrooss
L-8523 Beckerich
Tel: 236221-1
Fax: 23629162
www.beckerich.lu

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