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Esch-Sauer - Kleinste Gemeinde des Landes als Tourismushochburg Imprimer Envoyer

Tags: Esch Sauer | Nordstad

Magazine Echo 2008-4

Esch Sauer

Esch Sauer

 

Echo: Könnten Sie sich dem Leser kurz vorstellen?

Giles Kintzelé:

Es ergab sich kurzfristig, dass ich Bürgermeister der Gemeinde Esch-Sauer wurde. Ich bin erst 2001 nach Esch-Sauer gezogen und habe mich recht schnell für eine Mitarbeit in der Gemeinde interessiert und für die Wahlen aufstellen lassen. Dazu muss man wissen, dass in Esch-Sauer für 170 eingeschriebene Wähler 17 Kandidaten aufgestellt waren. Ich wurde als 3ter gewählt. Am Anfang setzte sich ein anderer Schöffenrat zusammen. Es kam aber zu Meinungsverschiedenheiten, worauf ein neuer Schöffenrat eingesetzt wurde und ich Bürgermeister wurde. Ich war am Anfang sicher nicht in die Wahlen gegangen, um Bürgermeister zu werden. Ich bin Architekt und betreibe ein Architektenbüro in Esch-Sauer. Mein Bürgermeisteramt ist ein Nebenberuf, der aber arbeitsaufwendiger ist, als ich es mir anfangs vorstellte.

Echo: Was ist für Sie typisch für die Gemeinde Esch-Sauer?

Giles Kintzelé:

Die Gemeinde Esch- Sauer besteht nur aus einem Dorf. Esch-Sauer ist ein historisches Städtchen mit der ältesten Burg des Landes, welche ungefähr 776 errichtet wurde. Zu früheren Zeiten hatte die Gemeinde Esch-Sauer eine viel größere Ausdehnung. Esch-Sauer hat schon einen besonderen Charme, weshalb der Tourismus hier die Hauptrolle spielt. Der Tourismus wurde aber in der Vergangenheit etwas vernachlässigt. Der Schöffenrat ist sich einig, dass diesem wichtigen Aspekt neuer Schwung gegeben werden muss. Der Hintergedanke dabei ist natürlich der Tourismus als unsere einzige Einnahmequelle, da wir hier ja keine Industrie haben. Wenn der Tourismus floriert, ist es durchaus möglich, dass sich auch neue Geschäfte ansiedeln und dies wiederum unsern Bürgern zu gute kommt. Dann haben wir die Chance nicht zur Schlafgemeinde zu werden, wovon es ja schon viele im Lande gibt. Unsere bisherigen Aktionen sind auch in diesem Sinne zu verstehen.

Echo: Wie viele Einwohner hat Esch-Sauer?

Giles Kintzelé:

Esch-Sauer ist die kleinste Gemeinde des Landes mit 281 Einwohnern. Unsere Nachbargemeinde Lultzhausen war bis jetzt die kleinste Gemeinde des Landes, hat aber heute einige Einwohner mehr als wir.

Echo: Wie kommt es das Esch- Sauer mit seinen 281 Einwohnern trotzdem eine der bekanntesten Gemeinden des Landes und gleichzeitig fast jedem Bürger ein Begriff ist?

Giles Kintzelé:

Das kommt durch Esch-Sauers touristische Attraktionen, die der Ort bereits in der Vergangenheit hatte. Die Burg ist natürlich sehr bekannt und der Naturpark Obersauer den Bürgern ebenfalls ein bekannter Begriff. Es ist eben eine einzigartige Gemeinde, meiner persönlichen Meinung nach die schönste des Landes.

Echo: Was bedeutet der Naturpark für die Gemeinde Esch-Sauer?

Giles Kintzelé:

Für Esch-Sauer ist der Naturpark schon sehr wichtig. Für uns als kleinste Gemeinde des Landes, bringt der Naturpark Obersauer einen Aufschwung mit sich. Deshalb wollen wir auch touristisch gesehen mit dem Naturpark so eng wie möglich zusammen arbeiten. Das bringt sowohl uns wie der Region etwas ein. Der Naturpark ist auf dem Wege sich zu erneuern und steht nicht nur für Natur und Tourismus. Es gibt dort auch eine Reihe anderer Aktivitäten, so zum Beispiel auf kultureller Ebene, von welchen auch wir Vorteile haben. Was den Charme einer Gemeinde wie Esch- Sauer ausmacht, ist natürlich auch die großartige Naturlandschaft.

Echo: Ist der Stausee wichtig für die Gemeinde?

Giles Kintzelé:

Der Stausee bedeutet ohne Zweifel einige Einschränkungen für die Gemeinde. Das Problem sind nicht die Risiken der baulichen Sicherheit der Staumauer. Da sehe ich keine Gefahr. Die Probleme sind wirtschaftlicher Natur. Der Trinkwasserschutz ist die Haupteinschränkung für die Gemeinde.Wir dürfen deshalb beispielsweise hier keine Industrie ansiedeln. Wir können nicht mal den See nutzen, weil dieser durch die Trinkwasserzone gesperrt ist. Wirtschaftlich betrachtet bremst dies natürlich unsere Gemeinde stark. Da der See Trinkwasserschutzgebiet ist, gibt es für unsere Gemeinde und die anderen betroffenen Gemeinden also finanzielle Einbußen, für die es in den letzten 50 Jahren vom Staat aber keine Entschädigungen gegeben hat. Bei dem zuständigen Ministerium wird auch darüber diskutiert, eventuell einen Bypass zu bauen um die bauliche Sicherheit des Staudamms zu verbessern. Das wäre zwar ganz positiv, aber die anfallenden längeren Arbeitsmaßnahmen wären für den Tourismus natürlich negativ

Echo: Was waren die wichtigsten Projekte der Gemeinde während den letzten Jahren?

Giles Kintzelé:

Die wichtigsten Projekte betreffen die administrative Reform, sowie natürlich den Tourismus. Was den Tourismus anbelangt, wurden eine ganze Reihe Sachen unternommen: bauliche, aber auch didaktische Werbung für die Ortschaft. So wurde darauf hin gearbeitet, dass die Vereine des Dorfes intensiver zusammen arbeiten und so eine gemeinsame Identität für die Werbung entstanden ist. Nach außen zeigen wir wie viel in Esch-Sauer in Bewegung ist und dass hier keine Langeweile aufkommt. Wir organisieren zum Beispiel regelmäßig Feste, wie die ‚Nacht der Legenden’. Übrigens haben wir soeben für die ‚Nacht der Legenden’ einen Preis für innovativen Tourismus erhalten. Es gibt ferner noch den ‚Nachtmarkt’ mit rund 10.000 Besuchern sowie einen Geisterabend, usw. Hier ist jeden Monat etwas los. Wir bemühen uns stets etwas Originelles zu veranstalten. Auch werden inzwischen tausende touristische Broschüren in den Nachbarländern verteilt. Außerdem haben wir unseren Petanque-Platz eingerichtet und der Parkplatz wurde erneuert. Die Arbeiten sind so gut wie abgeschlossen. Für die Touristen wurde auch ein Rastplatz eingerichtet und unser Campingplatz vollständig erneuert. Das hat sich gelohnt, denn das Camping ist dieses Jahr sehr gut ausgebucht. Darauf sind wir stolz, denn es gibt viele Campings in der Region, die sich über zu wenige Gäste beklagen. In Esch-Sauer bauen wir jedoch auch nicht auf Massentourismus sondern auf einen naturnahen Tourismus in Zusammenarbeit mit dem Naturpark

Echo: Welches sind die wichtigsten Projekte für die nächsten Jahre?

Giles Kintzelé:

Natürlich sind wir als kleine Gemeinde vom Budget her sehr stark eingeschränkt. Ein wichtiges Projekt ist die Fusion mit Heiderscheid und Neunhausen, die viele Verwaltungsprobleme lösen könnte. Die Gemeinde Esch-Sauer ist einfach zu klein, um allein zu funktionieren. Ein ganz wichtiges Projekt im Rahmen der Fusion wäre es, einen neuen unterirdischen Parkplatz zu schaffen, von wo aus die Leute dann direkt im Dorfzentrum zutage treten. Das Dorf würde dann autofrei und der Tourismus angekurbelt, was dann auch wiederum der Lebensqualität unserer Bürger zu gute kommt. Ein weiteres Projekt ist die Erneuerung unserer Straßeninfrastruktur sowie des schlechten Wasser- und Kanalnetzes zu vollenden. Bis jetzt konnte nur ein Teil der Infrastruktur in Ordnung gebracht werden. Durch die Fusion könnten Gelder für dieses Projekt frei gesetzt werden. Vielleicht könnte man auch eine Fernwärme-Zentrale für das Dorf errichten.

Echo: Gibt es noch einen Punkt, zu dem Sie sich äußern möchten?

Giles Kintzelé:

Ich hoffe, dass vom Kulturministerium so schnell wie möglich Gelder kommen, um das Burggelände weiter her zu richten. Das ist wichtig für die Gemeinde. Auf dem Burggelände gibt es durch das Gelände bedingt eine einzigartige Tierwelt, die unbedingt geschützt werden muss. Ich hoffe also auf die nötige Unterstützung vom Kulturministerium. Weiterhin hoffe ich, dass die Festaktivitäten im Dorf weiterhin so gut laufen oder sogar noch besser werden. Vielleicht kommen dann noch mehr Touristen aus der Stadt Luxemburg und dem Süden des Landes, die überrascht sein werden, wie schön unser Dorf ist. Man muss nicht unbedingt bis an die Côte d'Azur fahren, denn es gibt auch in unserem Land sehr schöne Urlaubsorte.

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