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Die Gemeinde Ell Imprimer Envoyer

Tags: Bourgmestre | Ell

Magazine Echo 2009-4

Ell

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Ell, die Gemeinde, in der die Lebensqualität groß geschrieben wird

Echo:

Herr Bürgermeister, Sie sind im Bereich der kommunalen Politik kein Novize?

Jos. Thill:

Keineswegs. Im Jahre 1982 trat ich dem Gemeinderat als Mitglied bei. Von 1988 bis 1994 hatte ich das Mandat des Schöffen inne, dann folgten wieder sechs Jahre als Gemeinderat, und nach den Gemeindewahlen im Jahre 2000 habe ich das Mandat des Bürgermeisters übernommen.

Eine Gemeinde - drei Sektionen.

Echo:

Herr Thill, möchten Sie uns Ihre Gemeinde kurz vorstellen, bitte?

Jos. Thill:

Die Gemeinde Ell besteht aus den Ortschaften Ell, Colpach, Kleinelcherodt und Roodt. Die Gemeinde zählt insgesamt 1.041 Einwohner und setzt sich aus 25 verschiedenen Nationalitäten zusammen. Die Gemeinde gehört zum Kanton Redingen und umfasst 2.354 Hektar, davon 634 Hektar Waldfläche, 0,55 Hektar Wasserfluss und 45 Hektar Straßen und Feldwege.

Echo:

Verzeichnen die Dörfer der Gemeinde auch einen Zuwachs?

Jos. Thill:

Ja, die Dörfer wachsen immer starker, jährlich etwa um 5 %. Neue Wohnsiedlungen sind entstanden, und neben den kleinen Siedlungen der Attertgemeinde entstehen allmählich Wohnungsgebiete im ländlichen Raum mit einer sehr hohen Lebensqualität.

Echo:

Ihre Gemeinde besitzt auch einige Besonderheiten, Kuriositäten, wenn man so will.

Jos. Thill:

Wir nennen sie Kuriositäten. Denn wer weiß schon, dass es in Ell ein Schloss und eine ehemalige Wasserburg gibt, die früher durch das Wasser der Gräben der Attert gespeist wurde? Und lassen Sie mich eine weitere Besonderheit erwähnen: die fiktive Grenze zwischen Ösling und Gutland durchquert die Ortschaft Roodt, so dass ein Teil unserer Gemeinde zum Ösling und der andere zum Gutland gehört.

Echo:

Woher hat die Gemeinde Ell eigentlich ihren Namen?

Jos. Thill:

Es wird vermutet, dass Ell seinen Namen daher bekam, dass diese Burg wie eine Insel - die Kelten sollen angeblich den Namen El für eine Insel gebraucht haben - aus dem Wasser ragte.

Das Schulwesen in der Gemeinde Ell.

Echo:

Sie verfügten also schon über eine ergiebige Erfahrung, als Sie erster Bürger der Gemeinde Ell wurden und sich unverzüglich des Schulwesens annahmen?

Jos. Thill:

So kann man es ausdrücken. Als erstes bemühte ich mich mit den Schöffen und mit den Gemeinderäten um die schulischen Infrastrukturen; in diesem Bereich gab es tatsächlich einen nicht unerheblichen Nachholbedarf. Somit gehörte das Schulwesen bei der stetig steigenden Bevölkerungsexpansion zu unseren ersten Prioritäten. 2005 konnte die neue Schule gleich hier neben dem Gemeindehaus eingeweiht werden, während das frühere Schulgebäude in der Folge in ein funktionelles Gemeindehaus umgebaut wurde. Im Hinblick auf die Errichtung des Schulgebäudes haben wir zwei Grundstücke angekauft. Die neue Schule, die in Niedrigenergie-Bauweise errichtet wurde, schlug mit rund fünf Millionen Euro zu Buche.

Echo:

Erwähnen wir kurz nochmal das Schulwesen. Wie sieht denn nun die Schulorganisation 2009/2010 aus?

Jos. Thill:

Im kommenden Schuljahr werden in der Gemeinde Ell 107 Schüler eingeschult, neun weitere werden die Schule in anderen Gemeinden besuchen. Hinzu kommen die neun Kinder in der Früherziehung, so dass unsere Listen alles in allem 116 Kinder aufweisen, die von zehn Lehrpersonen unterrichtet werden.

Echo:

Daneben verfügt die Gemeinde auch über eine „Maison Relais“?

Jos. Thill:

Ja, sie ist in die eigentliche Schule integriert. Wir besitzen die staatliche Genehmigung für die Aufnahme von 65 Kindern.

Echo:

Für das Schulwesen greifen Sie seit Jahren auf den Schülertransport zurück, der sich bewährt hat?

Jos. Thill:

Der Schülertransport wird von einer privaten Firma gewährleistet, und wir haben in diesem Bereich keine Probleme.

Der neue Dorfplatz.

Echo:

Die Arbeiten zum Neubau des Schulgebäudes und zur Restaurierung des heutigen Gemeindehauses wurden so angelegt, dass die beiden Gebäude mit der Pfarrkirche in ein Gesamtkonzept passten, nämlich die Schaffung eines richtigen Dorfplatzes.

Jos. Thill:

In der Tat. In das Gesamtkonzept wurden von vornherein die neue Schule, die Pfarrkirche, das neue Gemeindehaus, der Parkplatz und die Grünanlagen einbezogen.

Echo:

Und zur Einweihung des schmucken Gemeindehauses hatten Sie sogar hohen Besuch?

Jos. Thill:

Ja, am Vortag des Nationalfeiertages, dem 22. Juni 2009, waren Großherzog Henri, Großherzogin Maria Teresa, Kammerpräsident Lucien Weiler und Staatsminister Jean-Claude Juncker neben zahlreichen anderen Persönlichkeiten anwesend, als das neue Gemeindehaus eingeweiht wurde.

Echo:

Gegenüber des Dorfkerns liegt das Kulturzentrum, das somit ebenfalls als ein Teil des erneuerten Dorfplatzes angesehen werden kann. Wann wurde es erbaut?

Jos. Thill:

Die Errichtung des Kulturzentrums „Centre Camille Ney“,

Ein reges Vereinsleben.

Echo:

Man weiß allenthalben, dass es in der Gemeinde Ell ein sehr reges Vereinsleben gibt. Reichen die Räumlichkeiten des Kulturzentrums denn nun aus?

Jos. Thill:

Gewiss, wir freuen uns auf ein reges Vereinsleben innerhalb der Gemeinde Ell. Ich erwähne den DT Ell mit rund 40 aktiven Mitgliedern, alle aus unserer Gemeinde, dann die „Musik Gemeng Ell“, die jedes Jahr ein besonderes Galakonzert auf hohem musikalischem Niveau anbietet, die freiwillige Feuerwehr nach der Fusion zwischen den beiden Wehren aus Ell und aus Colpach, den Kirchenchor, der sich seit vielen Jahren an den beliebten Sängertreffen des Piusverbandes beteiligt, die drei „Clubs des Jeunes“ in Ell, Colpach und Roodt sowie die im Jahre 2006 gegründete Elternvereinigung, die ebenfalls sehr gute Arbeit leistet, nicht nur in der Vertretung der Eltern und der Schüler, sondern auch, was die Herrichtung der sogenannten Holunderschule neben der Grundschule anbelangt, die an drei Wochenenden von rund 60 Eltern und Lehrpersonen angelegt wurde.

Echo:

Die Gemeinde Ell zählt heute nicht weniger als 14 Vereine, eine sehr große Zahl bei etwas mehr als tausend Einwohnern?

Jos. Thill:

Der jüngste Verein der Gemeinde Ell ist eben die seit dem 1. Januar 2009 neu gegründete Feuerwehr der Gemeinde Ell. Hervorzuheben sind jedenfalls sicherlich die Musikgesellschaft der Gemeinde Ell, die seit mehr als 100 Jahren besteht, der Gesangverein Ell-Roodt-Lannen und die drei Jugendvereine aus Ell, Colpach und Roodt. Auf sportlichem Gebiet sind es vor allem der seit mehr als 50 Jahren bestehende Tischtennisverein, der übrigens zweimal, in den Jahren 1963 bis 1965 und von 1968 bis 1969 in der Nationaldivision vertreten war, sowie der SC Ell, der sich im Jahre 2005 die Ehre gab, das Viertelfinale der “Coupe de Luxembourg” zu erreichen. Den Vereinen steht übrigens für ihre Aktivitäten das im Jahre 1981 errichtete Kulturzentrum «Centre Camille Ney» zur Verfügung.

Das „Kolpecher Schlass“.

Echo:

Wer die Gemeinde Ell oder auch nur die Sektion Colpach nennt, denkt unverzüglich an das Schloss in Colpach.

Jos. Thill:

Sie haben Recht, der Begriff „Kolpecher Schlass“ ist seit jeher eng mit unserer Gemeinde verbunden, und wir freuen uns als Gemeindeverantwortliche, über eine solche humanitäre, soziale und medizinische Infrastruktur des Luxemburgischen Roten Kreuzes in unserer Gemeinde zu verfügen. Nicht nur, dass im Schloss viele Mitmenschen vor allem einen Genesungsaufenthalt verbringen können; durch ihren Aufenthalt und durch die zahlreichen Besucher wird unsere Gemeinde auch in besonderem Maße bekannt.

Echo:

Sehr viele Mitbürger kennen wohl das „Kolpecher Schlass“, und sei es auch nur vom Namen her, doch die wenigsten wissen, wie abwechslungsreich seine Geschichte ist.

Jos. Thill:

Das Schloss Colpach wurde im Mittelalter um das Jahr 1303 zum erstenmal erwähnt. Von 1628 bis 1817 gehörte es zur Familie Pforzheim, die das Schloss im Laufe der Jahre neu gestaltete. Im 19. Jahrhundert verwaltete der Baron de Marches, der im Schloss von Guirsch (B) seinen Wohnsitz hatte, das Schloss als landwirtschafltichen Betrieb. Er bepflanzte auch den noch heute bestehenden Park um das Gelände. 1874 heiratete seine Ehefrau nach seinem Tod den Maler Mihaly Munckacsy. Sie verbrachten die Sommermonate im Schloss Colpach, im Winter lebten sie in Paris. Nach dem Tod Mihaly Munckascys zog sich seine Witwe immer öfter vom Schloss Colpach zurück, bis 1917 der Vorsitzende der Arbed, Emile Mayrisch, und seine Ehefrau Aline de Saint-Hubert das Schloss kauften und bewohnten. 1947 vermachte die Witwe Aline Mayrisch das Schloss der Stiftung des Luxemburgischen Roten Kreuzes, die nach und nach ein Genesungsheim einrichtete. 2010 wird als Anbau ein vollständiger Neubau des Roten Kreuzes seine Türen öffnen und mit hundert Betten sicherlich ein attraktives Genesungszentrum in der Gemeinde Ell werden.

Die Gemeinde Ell ist Mitglied in 14 Gemeindesyndikaten.

Echo:

Heutzutage kann eine Gemeinde kaum noch ohne Zusammenarbeit inenrhalb von Gemeindesyndikaten auskommen. Das wird für Ihre Gemeinde wohl nicht anders sein?

Jos. Thill:

Auf kantonalem und ländlichem Gebiet ist die Gemeinde Ell Mitglied von zehn verschiedenen Syndikaten, wo vor allem in Zeiten der Fusion «De Syndikat Réidener Kanton» sich auf kantonaler Ebene kommunal verstärkt. Hervorzuheben sind eben durch diese Zusammenarbeit das Schaffen einer gemeinsamen Industriezone “Riesenhaff” in Rambrouch und in Redingen die «Solupla», die Restrukturierung des neuen /... Schwimmbades in Redingen sowie die Beteiligung am Bau des Attertlyzeums und des Altenheims in Redingen, die Tagesstätte “A Butzen”, um nur diese zu erwähnen. Alles in allem hat das Syndikat «De Réidener Kanton» eigentlich alles zu bieten, was eine große Gemeinde im 21. Jahrhundert territorial braucht.

Echo:

Und auf interregionalem Gebiet?

Jos. Thill:

Auf interregionalem Gebiet ist es vor allem die Zusammenarbeit mir der «Vallée de l'Attert» an der belgischen Grenze, wo die Gemeinden Ell, Beckerich, Redange und Attert (B) schon über zehn Jahre gemeinsame Projekte durchführen.

Echo:

Wie steht es in Ihrer ländlichen Gemeinde um die Landwirtschaft?

Jos. Thill:

Die Landwirtschaft in der Gemeinde Ell ist einer der ausgeprägtesten Sektoren.Wo vor einigen Jahren noch zahlreiche Betriebe in der Gemeinde im landwirtschaflichen Bereich tätig waren - 1990 waren es deren noch 41 - sind es heute deren nur noch 19. Die Mechanisierung wird immer ausgeprägter und die restlichen Betriebe immer größer. Die Bauern sind allerdings auch heute noch und werden auch in Zukunft wohl die wichtigsten Landschaftspfleger unserer Region und des Landes bleiben. Die Gemeinde Ell zählt derzeit 1.041 Einwohner

Echo:

Die Einwohnerzahl hat also die Grenze der tausend überschritten?

Jos. Thill:

Ja, derzeit zählt unsere Gemeinde 1.041 Einwohner, Tendenz steigend, bei einem Ausländeranteil von 29%.

Echo:

Die Gemeinde Ell ist nun eine Einheit, in der es sich gut leben läßt und in der die Lebensqualität seit jeher groß geschrieben wird. Doch setzen sie auf eine weitere Expansion, die gegebenenfalls zu Ungunsten der Lebensqualität ausarten könnte?

Jos. Thill:

Die derzeitigen Infrastrukturen etwa sind so angelegt, dass sie problemlos bis zu einer Bevölkerungszahl von 2.000 Einwohnern genutzt werden können. In anderen Worten, es besteht derzeit bei etwas mehr als 1.000 Einwohnern noch eine weitestgehende Pufferzone, so dass die Bevölkerungszahl ohne Bedenken verdoppelt werden könnte. Bis dahin werden wir sehen, ob wir auf eine weitere Expansion setzen...

Die Gemeindefinanzen sind nicht rosig.

Echo:

Wie steht es eigentlich um die Gemeindefinanzen?

Jos. Thill:

Um die Gemeindefinanzen sieht es alles andere denn rosig aus. Wir haben rund acht Millionen Euro in die Restaurierung und die Renovierung des Dorfkerns investiert, dafür bekommen wir eine staatliche Zuwendung von lediglich 400.000 Euro. Da die Gemeinden größtenteils von der Höhe der Gewerbesteuer abhängig sind, müssen wir von einem Jahr zum andern auf die Höhe der Gewerbesteuer warten. Wir müssen also umsichtig mit den uns zur Verfügung stehenden Geldmitteln umgehen, und wir dürfen keinesfalls „ins Blaue“ arbeiten.

Echo:

Innerhalb Ihrer Gemeinde gibt es ebenfalls zwei Industriezonen?

Jos. Thill:

Nein, nicht auf dem Gebiet der Gemeinde Ell. Diese beiden Industriezonen gibt es in Koetschette und in Redingen, und unsere Gemeinde ist daran beteiligt. Dort stehen derzeit rund 400 Arbeitsplätze zur Verfügung, und die Zone ist auch weiter ausbaufähig.

Gegen eine Gemeindefusion.

Echo:

Herr Bürgermeister, Sie sprechen hinsichtlich der beiden Industriezonen die Zusammenarbeit mit den Gemeindeverwaltungen Redingen und Rambrouch an. Wie stehen Sie eigentlich zur möglich Fusion mit anderen Gemeinden?

Jos. Thill:

Nicht nur der jetzige Gemeinderat, sondern auch die Bevölkerung ist gegen eine Gemeindefusion. Dies geht ganz eindeutig aus einer Umfrage hervor, die ergab, dass sich 77% der Bevölkerung unserer Gemeinde gegen eine Fusion ausgesprochen haben.

Echo:

Wieviel Gemeindepersonal steht Ihnen eigentlich für die administrativen Aufgaben zur Verfügung?

Jos. Thill:

Der Gemeindesekretär ist vollamtlich eingestellt, und daneben verfügen wir über zwei sogenannte „halbe Kader“ für das Einnehmeramt und für das Bevölkerungsbüro. Mit diesen Mitarbeitern kommen wir sehr gut aus.

Echo:

Somit gewinnt der unvoreingenommene Besucher den untrüglichen Eindruck, dass es sich in der Gemeinde Ell gut leben lässt.

Jos. Thill:

Es freut uns, eine solche Einschätzung von Ihnen zu hören. Alles in allem versucht die Gemeindeverwaltung Ell so bürgernah wie möglich mit all ihren Dienstleistungen zu arbeiten und zu wirken, um auch in Zukunft allen Bürgern auf dem schnellstmöglichen Weg und ohne viel Aufwand alle Dienste anzubieten.

Echo:

Herr Bürgermeister, wir danken Ihnen für dieses aufschlussreiche Gespräch und wir wünschen Ihnen persönlich, Ihren Mitarbeitern, der Bevölkerung der Gemeinde Ell und Ihrer Gemeinde im allgemeinen nur das Beste.

Commune de Ell
BP 9 L-8501 Redange/Attert
Tel.: 26 62 38-50
Fax: 23 62 09 80
E-Mail: secretariat@ell.lu

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