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Mertzig im Wandel der Zeit Imprimer Envoyer

Tags: Bourgmestre | Mertzig

Magazine Echo 2009-4

Merzig

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Echo sprach mit dem Mertziger Bürgermeister Claude Staudt über den tiefgreifenden strukturellen Wandel seiner Gemeinde in den letzten Jahren.

Echo:

Könnten Sie sich dem Leser kurz vorstellen?

Claude Staudt:

Ich bin auf Gemeindeebene ein politischer Spätzünder. Mein Großvater und mein Vater waren bereits Schöffen der Gemeinde Mertzig. Daher bin ich schon vorbelastet. In meinen jüngeren Jahren hatte ich keine gemeindepolitischen Ambitionen. Mit zunehmenden Alter kam dann auch bei mir das Interesse an der Gemeindepolitik. Viel Kritik gibt es überall. Wenn man sich selbst nicht engagiert , kann man aber auch nichts erreichen und keine Änderungen bewirken. 1999 liess ich mich zur Gemeindewahl aufstellen. Ich belegte mit meinen Stimmen sofort den zweiten Platz. Die vorherige Mannschaft liess sich für die darauf folgende Amtsperiode nicht mehr aufstellen. Mir fielen so die Wählerstimmen zu. Seit dem 18ten November 2005 bin ich Bürgermeister. Unsere Mannschaft ist zwar nicht immer einer Meinung, zieht aber dennoch an einem Strang. Ich denke, dass wir unsere Arbeit gut machen.

Echo:

Was ist typisch für die Gemeinde Mertzig?

Claude Staudt:

Mertzig ist eine sehr alte Gemeinde. Mertzig hat zeitweise zu Feulen gehört. Unsere Gemeinde war schon seit der Steinzeit besiedelt. Diverse Artefakte aus der Steinzeit und Römerzeit wurden im Ort gefunden.Wegen der Nähe zu Ettelbrück, Diekirch, Mersch und Redingen wollen viele Bürger in unsere Gemeinde ziehen. Wir sind relativ gut an das öffentliche Verkehrsnetz angebunden. Von Mertzig aus ist man mit dem öffentlichen Transport in circa 43 Minuten in der Hauptstadt. So schnell kommt man selbst mit dem Auto nicht dorthin. Mertzig ist für seine Steinbrüche bekannt, wo einst fast 200 Menschen arbeiteten. Früher waren die meisten Einwohner Mertzigs Arbeiter oder Landwirte. Viele Bürger arbeiten heute hingegen beispielsweise bei Good Year, städtischen Verwaltungen oder Banken. Typisch für unsere Gemeinde ist ferner, dass unsere Gemeinde vorteilhafterweise aus nur einem Dorf besteht. Wir haben einen großen Anteil ausländischer Mitbürger, hauptsächlich relativ gut integrierte portugiesische Mitbürger.

Echo:

Wieso gibt es in Mertzig sehr viele moderne Gebäude?

Claude Staudt:

Es gibt hier zwei Schulgebäude und zwei Maison Relais mit relativ vielen Schulkindern sowie ein Altersheim mit etwa 40 Bewohnern. Dank unserer Industriezone konnten wir die verlorenen Arbeitsplätze in den Steinbrüchen teilweise kompensieren. Ein großes Bauunternehmen und ein Busunternehmen sind in der Gemeinde ansässig. Ungefähr 300 auswärtige Bürger arbeiten in Mertzig. .../

Echo:

Ist Mertzig eine Schlafgemeinde?

Claude Staudt:

Mertzig ist eine Schlafgemeinde. Es gibt aber immer mehr Schlafgemeinden. Dies ist ein gesellschaftliches Problem. Das soziale Zusammenleben hat sich in unserer Gesellschaft sehr stark verändert. Unsere Bürger engagieren sich nicht mehr so häufig wie früher in Vereinen. In Mertzig gibt es aber immer noch viele gut funktionierende Vereine. Man findet aber weniger Bürger, die bereit sind, sich in deren Komitees zu engagieren.

Echo:

Welche Projekte der letzten Jahre waren für die Gemeinde Mertzig besonders wichtig?

Claude Staudt:

Ein besonders wichtiges Projekt war der Bau des neuen Kulturzentums. Es kostete über 5 Millionen Euro. Im Kulturzentrum ist unsere Maison Relais samt mehreren Schulklassen untergebracht. Ein weiteres wichtiges Projekt ist die geplante gemeinsame Kläranlage der Gemeinden Mertzig, Grosbous und Feulen. Dieses Projekt wurde bereits 2003 ins Visier genommen. Es gibt immer noch gewisse Schwierigkeiten bei der Realisierung dieses Projekts. Der Anschluss ans Gasnetz wird gleichzeitig erfolgen. Was das Wasser betrifft, könnten wir bald eine Pilotgemeinde werden. Wir haben sehr viel Geld in die Qualität unseres Wassers investiert. Wir haben wohl als erste Gemeinde eine Wasserkommission ins Leben gerufen.

Echo:

Verfügt die Gemeinde Mertzig über eigene Quellen?

Claude Staudt:

Ein Drittel unseres Trinkwassers beziehen wir aus eigenen Quellen, zwei Drittel von der DEA.

Echo:

Wie denken Sie als Bürgermeister über Fusionen?

Claude Staudt:

Ich stehe dem Thema Fusionen positiv gegenüber. Man kann dabei nur gewinnen. Wir müssen als Gemeinden gemeinsame Projekte realisieren und kooperieren, damit die Bürger den Sinn der Fusionen sehen. Es gibt gemeinsame Projekte der Gemeinden Feulen und Mertzig, wie beispielsweise die neue Maison Relais in Feulen. Der Bau einer geplanten Krippe dauert etwas länger. Wir arbeiten auch mit den Gemeinden Grosbous und Vichten zusammen, so etwa bei der Anschaffung von Arbeitsmaschinen.

Echo:

Sollen Gemeinden schnell oder langsam wachsen?

Claude Staudt:

Eine Gemeinde muß wachsen. Der Wachstum muss sich aber in einem bestimmten Rahmen bewegen. Die Integration der Bürger ist sehr wichtig. 1.717 Einwohner leben momentan in Mertzig. Wir hoffen natürlich trotz der momentanen Finanzkrise unsere neu gebauten Siedlungen füllen zu können. Die Gemeinde wird voraussichtlich in zwei bis drei Jahren auf 2.000 Einwohner kommen.

Echo:

Spielt die Nordstadt für Mertzig eine große Rolle?

Claude Staudt:

Die Nordstadt spielt für die Mertziger Bürger eine ganz große Rolle. Die meisten Bürger orientieren sich in Richtung Nordstadt. Dort gibt es weiter führende Schulen. Ettelbrück und Diekirch sind natürlich Geschäftsstädte, wo die Bürger gerne einkaufen. Die Bürger gehen natürlich auch hin und wieder in die Stadt Luxemburg einkaufen. Die regelmäßigen alltäglichen Geschäfte erledigen die Bürger aber in der Nordstadt. Im Raum Ettelbrück-Diekirch bekommt man praktisch alles.

Echo:

Was sind Ihre wichtigsten Projekte der kommenden Jahre?

Claude Staudt:

Die wichtigsten Projekte habe ich schon angesprochen, vor allem die gemeinsame Kläranlage. Unsere Infrastrukturen sind ansonsten in Ordnung. Abgesehen vom Bau einer Kinderkrippe sind daher in nächster Zeit keine größeren Projekte geplant. Was die Gemeindefusionen betrifft, kann es mir damit gar nicht schnell genug gehen. Ich muss bei den Bürgern und dem Gemeinderat aber noch Überzeugungsarbeit leisten. Mein Hauptziel sind Fusionen, da deren Vorteile überzeugen.

Echo:

Wie wird sich die Gemeinde Mertzig in den nächsten Jahren entwickeln?

Claude Staudt:

Das hängt davon ab, wie sich die wirtschaftliche Situation der einzelnen Bürger entwickeln wird. Ich gehe davon aus, dass noch eine größere Anzahl Bürger hierher ziehen werden. Auch wenn die wirtschaftliche Lage schlechter werden sollte, kann unsere Gemeinde trotzdem attraktiv bleiben. Gerade in schlechteren Zeiten rücken die Bürger wieder enger zusammen, wie die Geschichte beweist. Es ist natürlich schwierig, eine Prognose zu erstellen.

Echo:

Wie entwickelt sich der Naturschutz in der Gemeinde?

Claude Staudt:

Wir sind Mitglied bei dem Gemeindesyndikat SICONA Centre, das eine hervorragende Arbeit zum Erhalt der Biodiversität und viel Überzeugungs- und Sensibilisierungsarbeit leistet. Wir sind beispielsweise dabei einen grossen naturnahen Spielplatz zu realisieren. Am Tag des Baums pflanzten unsere Einwohner rund 600 Sträucher und Bäume

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22, rue principale
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Tel: 838244-200
Fax: 889088
Email: cmertzig@pt.lu
www.mertzig.lu

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