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Marie-Josée Frank, Bürgermeisterin der Gemeinde Betzdorf, im Interview Imprimer Envoyer

Tags: Betzdorf | Bourgmestre

Magazine Echo 2009-2

05-commune-betzdorf

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Betzdorf Commune de Betzdorf Ganzheitliche, nachhaltige Gemeindeentwicklung von herausragender Qualität Marie-Josée Frank, Bürgermeisterin der Gemeinde Betzdorf,im Interview

Wie kaum eine andere Gemeinde des Landes hat die Gemeinde Betzdorf in den vergangenen Jahren ihr Gesicht im positiven Sinne verän-dert. Im schmucken Gemeindehaus in Berg unterhielten wir uns über die Vergangenheit, die Gegenwart und die mittelbare Zukunft der Gemeinde mit Bürgermeisterin Marie-Josée Frank, diplomierte Kranken-pflegerin, die den Menschen mit besonderer Vorliebe auch im pal-liativen Bereich zur Seite stand und die ihren Beruf nach ihrem Einzug in die Abgeordnetenkammer im Jahre 1999 und der Übernahme der Verantwortung als erste Bür-gerin der Gemeinde Betzdorf, not-gedrungen aufgeben musste.

Echo:

Frau FRANK, wie sind Sie zur Politik gekommen?

Marie-Josée FRANK:

Ich fand den Weg in die Politik durch das Vorbild meines Vaters Emile Frank, Gemein-derat in Manternach, in dessen Fußstapfen später mein Bruder Henri Frank trat, der während 30 Jahren Bürgermeister in Manternach war. 1996 übernahm ich die Funktion als Gemeinderätin in Betzdorf unter meiner bis heute gültigen Devise: "Sech an den Déngscht vun de Mat-mënsche stellen". Ich brauchte eigentlich nur im Sinne meiner Berufsausübung fortzufahren, doch diesmal eben auf politischer Ebene.

Echo:

Was waren Ihre ersten gro-ßen Projekte als Bürgermeisterin der Gemeinde Betzdorf?

Marie-Josée FRANK:

2001 stellte der Bau des Fußballplatzes in Mens-dorf, der in Rekordzeit realisiert wurde und bereits 2003 eingeweiht werden konnte, mein erstes großes Bauprojekt dar. Im Jahr 2001 wurde ein Gemein-deentwicklungsplan erstellt, dies unter Mitwirkung zahlreicher Bürger und mit Hilfe der beratenden Kom-missionen. 2006 wurde der Gemeinde Betzdorf der Europäische Dorf-erneuerungspreis zu Teil. Sie wurde mit der Auszeichnung "für ganzheitliche, nachhaltige und mottogerechte Gemeindeentwicklung von herausragender Qualität" bedacht.

Echo:

Was ist das Hauptziel Ihrer politischen Arbeit?

Marie-Josée FRANK:

Ich setze mich mit Herz und Seele dafür ein, den Bürgern in unserer Gemeinde -und als Abgeordnete den Bürgern in der Ostregion- eine verbesserte, nachhaltige Lebensqualität zukom-men zu lassen. Unter den gegebe-nen Umständen -die Bevölke-rungszahl der Gemeinde Betzdorf, die sich über ein Areal von 2608 Hektar erstreckt, hat sich von rund 2100 Bürgern im Jahre 2000 auf 3000 am 29. Februar 2008 und auf 3249 Einwohner im April 2009 gesteigert- war der Ausbau der Infrastrukturen unerlässlich.

Echo:

Wie charakterisieren Sie den Fortschritt in Ihrer Gemeinde?

Marie-Josée FRANK:

Ohne Wan-del keinen Fortschritt. Diese Bin-senwahrheit hat mich in den letzten Jahren geleitet und motiviert. Betzdorf ist eine Gemeinde mit zahlrei-chen Chancen, die in vielerlei Bereichen zu Tage treten und genutzt werden wollen. Der Wandel im ländlichen Raum hat vielfältige Folgen gehabt, für Betzdorf mit vie-len positiven Konsequenzen. Die Zukunft baut ihr Nest auf alten Fun-damenten, bereichert sich zudem auch ganz nebenbei an dem bereits vorhandenen Wissen, das zum Teil unbemerkt im Vorhandenen schlummert.

Der Satellitenbetreiber SES bildet ein hervorragendes Beispiel für die These "Ohne Wandel keinen Fortschritt": Welt umspannend, weltweit bekannt, ist die Hightech-Firma im Schloss in Betzdorf untergebracht. Sie hält eigentlich Hof im modernen "Business-Park" und sie strahlt nicht nur Fernsehprogramme aus, son-dern sie zieht auch viele Arbeitsplät-ze an. Die Medien- und die Satelli-tentechnik werden in naher Zukunft noch weiter an Bedeutung gewin-nen. Der Verlust an landwirtschaftli-chen Betätigungsfeldern konnte durch zahlreiche Arbeitsplätze im produzierenden Bereich mehr als ausgeglichen werden. Die Nah-rungsmittelindustrie hat mit der Großbäckerei Panelux auf der Anhöhe "Rothoicht" in Roodt/Syr ein imposantes Zeichen gesetzt. Im Laufe der vergangenen Jahre wuchs nicht nur der größte Betrieb dieser Art in ganz Luxemburg heran, son-dern er wurde auch durch seine Filialen in Stadt und Land bekannt; mehr noch, wie die SES trägt er den Namen der Gemeinde Betzdorf bis weit über die Grenzen unseres Landes hinaus.

Echo:

Seit vielen Jahren ist Betzdorf ebenfalls bekannt für seine muster-gültigen sozialen Einrichtungen, allen voran das Institut Saint-Joseph.

Marie-Josée FRANK:

Ja, mit besonderer Freude verbuche ich, dass in unserer Gemeinde das Institut Saint-Joseph und die Einrichtungen des Roten Kreuzes seit vielen Jahren ihren Sitz haben. Wir streben in allen Hin-sichten eine möglichst vollständi-ge Integration der früheren und der neuen Einwohner, der Luxem-burger und der Nicht-Luxembur-ger, der Jugend und des Alters, der Gesunden und der Kranken, der Erwachsenen und der Kinder. Die Zentralschule "Am Stengert" auf einem acht Hektar großen Campus mit der Maison Relais bieten die besten Voraussetzun-gen dazu. Zahlreiche kulturelle Einrichtungen und Sportanlagen können zudem die über 30 Vereine, die ihren Sitz in der Gemeinde Betzdorf haben, in ihren vielseitigen Aktivitäten fördern: Fußballfelder wurden angelegt, eine Sporthalle, Tennisfelder und ein Multisportfeld gebaut. Das Kulturzentrum in Mensdorf wurde vergrößert, dem-nächst wird auch das Kulturzentrum in Roodt/Syr fertig gestellt sein, das neue Möglichkeiten der intergenerationellen Zusammen-arbeit bieten wird.

Echo:

Wie steht es mit den Plä-nen zu Gunsten der Jugend?

Gemeinsam mit der Gemeindever-waltung aus Niederanven wurde ein Jugendkommunalplan erstellt, um das Interesse der Jugend für Politik zu fördern und um sie aktiv am poli-tischen Entscheidungsprozess in ihrer Gemeinde zu beteiligen.

Marie-Josée FRANK:

Gewiss. Der-zeit beschäftigt die Gemeindeverwal-tung Betzdorf 112 Mitarbeiter, davon 51 in den Gemeindebetrieben und 61 Weitere in den Schulen und der Maison Relais.

Echo:

Sie haben auch auf kulturel-lem Gebiet manches aufzuweisen...

Marie-Josée FRANK:

Ja. Als Beitrag der Gemeinde Betzdorf wurde im Kul-turjahr 2007 der Kulturweg "Via Vera" angelegt. Dieser thematische Rundweg verbindet die einzelnen Dörfer der Gemeinde und hilft die "Mémoire collective" zu bewahren und zu erhalten. Zur Zeit wird ein gemeindeübergreifender Panorama-weg erarbeitet, der neben kulturellen auch natur- und landschaftsrelevante Aspekte beinhaltet. Eindrucksvolle Aussichtspunkte, etwa hinab auf das schöne Syrtal, erwarten den zukünfti-gen Besucher. In besonderem Maße findet das Festival "Musek am Syr-dall", das klassische Musik und Lite-ratur im ländlichen Raum zu höchster Blüte geführt hat, bis weit über die Grenzen der Gemeinde Betzdorf größte Beachtung und Anerkennung. Von nah und fern strömen jedes Jahr zahlreiche Zuhörer herbei und freuen sich nach wie vor über diese vor Jah-ren von der Fanfare aus Mensdorf ins Leben gerufene, glückliche Initiative auf höchster kultureller Ebene.

Echo:

Sie stehen auch für die Stär-kung der Familie ein.

Marie-Josée FRANK:

Moderne Familienstrukturen verlangen nach adäquaten Betreuungsstrukturen, die durch die Maison Relais, deren Kapazität nach Umbauarbeiten auf insgesamt 240 Kinder erhöht wird, verwirklicht werden. Schule, Eltern, Vereine und Gemeindeverwaltung müssen sich gegenseitig unterstüt-zen, eine permanente Verbesserung der Vernetzung aller Akteure ist ange-strebt. Eltern in ihren Erziehungsauf-gaben stärken ist eine wesentliche Herausforderung der Zukunft.

Echo:

Naturschutz und Ökologie stellen ein weiteres wichtiges Kapi-tel dar.

Marie-Josée FRANK:

Bereits 2001 trat die Gemeinde dem "Klima-bündnis Lëtzebuerg" bei und setzt demnach auf Einsparung von umweltschädlichen CO2-Emissio-nen. In dieser Hinsicht wurde bereits eine Energie-Einsparungs-kampagne durchgeführt, ferner gab es Zuschüsse für Energiesparmaß-nahmen. Die Zuschüsse sollen in Kürze auf private, energietechni-sche Sanierungsmaßnahmen aus-geweitet werden.

Das Renaturierungsprojekt "Brill" kostete mich zwar harte Überzeu-gungsarbeit, doch der Einsatz hat sich gelohnt. Die Syr fließt wieder in ihrem alten Bett, ist ganz sich selbst überlassen, blühende urtümliche Natur erfreut den Betrachter, der hierfür sogar eine Aussichts- und Beobachtungsplattform benutzen kann. Dieses gemeinsam mit den Gemeinden Niederanven und Schüttringen realisierte Projekt dient auch dem Hochwasserschutz. Als eine der ersten Gemeinden des Landes überhaupt erhielt Betzdorf 2007 übrigens die Auszeichnung "Drëpsi", eine Anerkennung für Bemühungen zur Verbesserung der Trinkwasserqualität. Die Gemeinde wurde für ihre Maßnahmen in punkto Optimierung der Wasserversorgung, Sanierung von Quellen usw. belohnt. In naher Zukunft, im Spätherbst 2009, wird in Berg ein neues Wasserbecken nach den neuesten technischen Erkenntnissen errichtet werden. Erwähnenswert ist auch das Foto-voltaikprojekt, das 2004 auf Initiative engagierter Bürger in Zusammen-arbeit mit der Gemeinde auf dem

Dach der alten Primärschule in Roodt/Syr realisiert wurde. Die Anlage hat sich jedenfalls bestens bewährt als mustergültiges Bei-spiel für den verantwortungsvollen Umgang mit den Ressourcen und der Nutzung erneuerbarer Rohstof-fe. Die Holzhackschnitzelfeuerungsanlage im neuen Schul-und Sportcampus in Roodt/Syr verwertet das Abfallholz der gemeindeeigenen Wälder (733 Hektar), und zwar in interkommu-naler Zusammenarbeit mit der Gemeindeverwaltung Niederan-ven, wo das Holz gehäckselt und zwischengelagert wird. Nach zahlreichen prozeduralen Problemen und Widerstand konn-te unlängst die neue Kläranlage in Betzdorf offiziell ihrer Bestim-mung übergeben werden. Hierbei handelt es sich ebenfalls um ein Projekt mit gemeindeübergreifen-dem Charakter, Ortschaften der Nachbargemeinden Biwer und Junglinster werden an die Kläranlage angeschlossen.

Echo:

Treten Sie auch für eine regionale Entwicklung ein?

Marie-Josée FRANK:

Natürlich. Weitere Synergien mit Gemeinden aus der Region sind unumgänglich. Ein Beispiel für erfolgreiche, lang-jährige Zusammenarbeit ist das Abfallsyndikat SIGRE, welches in den 1970er Jahren gegründet wurde und dem 25 Ostgemeinden angehören. Die Deponie "Muer-tendall" befindet sich auf einem Areal von 14,5 Hektar, wovon 9,3 Hektar auf dem Gebiet der Gemeinde Betzdorf liegen. Die Deponie wurde in den letzten Jahren vollständig saniert; mittels modernster Umwelttechnologie (Basisabdichtung, Sickerwasser-kläranlage) können die Auswirkun-gen auf die Umwelt weitestgehend reduziert werden. Ein Blockheiz-kraftwerk verwertet zusätzlich die Deponiegase zur Erzeugung von Wärme und Strom. Die Deponie ist eine der modernsten Abfallverwer-tungsanlagen weltweit. Weitere Bei-spiele für interkommunale Zusammenarbeit: Die Gemeinde Betzdorf ist zur Hälfte am Schwimmbad in Biwer beteiligt. In Anbetracht der stetig steigenden Schülerzahlen sind dort allerdings auf lange Sicht nicht mehr genügend Kapazitäten frei. Daher beteiligt sich die Gemeinde Betzdorf zu 20% an den Infrastrukturkosten für die "Syrdall-schwemm" in Niederanven.

Echo:

Welches sind denn nun in kur-zen Worten Ihre Zukunftsvisionen?

Marie-Josée FRANK:

Die Summe macht's: das ausgewogene Ver-hältnis von Innovation und Regeneration, von typisch ländlicher Lebensweise, gepaart mit moder-nem Lebensgefühl, von Ruhe und Gelassenheit, unterbrochen von festlicher Ausgelassenheit, von Brauchtum und neuartiger Kultur-pflege. Das Gesamtbild definiert das soziale, interkulturelle, ökolo-gische und wirtschaftliche Leben. In der Gemeinde Betzdorf hat man sich jedenfalls für aktives, partnerschaftliches Handeln ent-schieden.

Commune de Betzdorf
11, rue du château
L-6922 Berg
Tel: 770049-1
Email: info@betzdorf.lu
B.P. 2 - L-6901 Roodt/Syre

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