Weiswampach - Interview mit Bürgermeister Henri Rinnen Imprimer
Magazine Echo 2011-1

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Weiswampach Eine aufstrebende, moderne Gemeinde im hohen Norden Interview mit Bürgermeister Henri Rinnen

Das Vereinswesen in Weiswampach ist sehr rege. Als eines der letzten Bauvorhaben konnte die Gemeindeverwaltung di neue Feuerwehrhalle in günstiger Lage (direkt an der Nationalstrasse N 7) fertig stellen, in dem auch unsere Musikgesellschaft über einen eigenen Probesaal verfügt. Außerdem sind in unserer Gemeinde mehrere Kirchenchöre, Interessenvereine, Jugendvereine und andere sehr aktiv.

Echo:

Herr Bürgermeister, wie stellt sich Ihre Gemeinde Weiswampach zu Beginn des Jahres 2011 dar?

Henri Rinnen:

Die Gemeinde Weiswampach zählt derzeit, bei steigender Tendenz, 1.349 Einwohner und 537 Haushalte (Stand am 31. Dezember 2009). Da die Nachfrage an Wohnungen nach wie vor groß ist, bietet die Gemeindeverwaltung Weiswampach in Zusammenarbeit mit interessierten Promotoren neuen Wohnraum in verschiedenen neuen Wohnvierteln der Gemeinde an. Die neuen Siedlungen bieten der Gemeinde Weiswampach denn auch nicht nur ein modernes Gepräge, sondern locken auch zahlreiche junge Familien in die Gemeinde Weiswampach.

Echo:

Die Gemeinde Weiswampach begreift fünf Sektionen.

Henri Rinnen:

Ja, neben Weiswampach selbst zählen Beiler, Leithum, Binsfeld, Breidfeld und Holler zur Gemeinde Weiswampach.

Echo:

Und der Gemeinderat der Gemeinde Weiswampach?

Henri Rinnen:

Der Gemeinderat setzt sich aus neun Mitgliedern zusammen, und dem Schöffenrat gehören neben dem Bürgermeister die beiden Schöffen Norbert Morn und Marie-Paule Johanns-Hamer an.

Echo:

Steht Ihnen als Bürgermeister auch ein sogenannter politischer Urlaub zu?

Henri Rinnen:

Ja, ich verfüge über einen wöchentlichen politischen Urlaub von 13 Stunden.

Echo:

eicht das, um Ihre vielseitigen Aufgaben und Pflichten wahr zu nehmen?

Henri Rinnen:

Keineswegs. Selbst nach einer Neuordnung des politischen Urlaubs durch den Innenminister reicht er selbst für kleinere Gemeinden des Landes nicht. Denn auch in solchen Gemeinden hat der Bürgermeister zahlreiche Pflichten und Verpflichtungen, die zeitlich gesehen weit über den ihm zustehenden politischen Urlaub hinaus gehen.

Echo:

Dass Sie den Weg in die Politik eingeschlagen haben, ist wohl auf das politische Vorbild Ihres Vaters zurück zu führen?

Henri Rinnen:

Ja, mein Vater Nicolas Rinnen war zuerst Mitglied des Gemeinderates und wurde später Bürgermeister während einer Mandatsperiode, bis zum Jahr 1969. Er war denn auch maßgeblich daran beteiligt, der Gemeinde Weiswampach ein moderneres Aussehen zu vermitteln. Unter seiner Führung wurde das Gelände angekauft, auf welchem sich der heutige Fussballplatz befindet. Er hätte die Modernisierung der Gemeinde Weiswampach mit Sicherheit noch weiter fort gesetzt, doch er ist ganz plötzlich im Alter von nur 59 Jahren verstorben.

Echo:

Und gleich neben dem Fußballfeld wurde in jüngster Vergangenheit das neue Schulgebäude errichtet.

Henri Rinnen:

Ja, so ist es. Hier möchte ich in meiner Erklärung weiter ausholen. Als ich im Mai 1995 meine Ernennung zum Bürgermeister erhielt, war eines meiner Hauptanliegen, unsere Schulinfrastruktur, welche nicht im Geringsten einer, der heutigen Zeit angepassten Form entsprach. Mit Unterstützung einer knappen Mehrheit im Gemeinderat erwarb das damalige Schöffenkollegium ein Zirka 4 Hektar grosses Gelände direkt am Fussballplatz, ein Gelände, welches wir um 2 Hektar erweitern werden und somit über ein zusammenhängendes Areal von 6 Hektar verfügen. Hier entstand der neue Schulkomplex, welcher im Jahre 2000 eingeweiht wurde. Auf diesem Gelände werden auch künftig alle notwendigen Infrastrukturen ihren Platz finden. Das alte Schulgebäude haben wir Ende des Jahres 2010 veräußert. Die neue Grundschule zählt acht Klassensäle, eine Eingangshalle, einen Bastelraum und ein Konferenzzimmer, und daneben kann das Fußballfeld auch für die Bedürfnisse der Schule genutzt werden. Derzeit reicht der Schulraum aus, doch sollte es sich ergeben, dass weiterer Schulraum benötigt wird, so haben wir kein Problem, die bestehenden Infrastrukturen auszuweiten, es fehlt jedenfalls nicht an dem erforderlichen Raum.

Echo:

Sie haben das frühere Schulgebäude veräußert?

Henri Rinnen:

Ja, das Gebäude ist noch in einem beachtlich guten Zustand, es wird nun eine Praxis für Kinesitherapie und möglicherweise weitere medizinisch-soziale Dienststellen, gegebenenfalls eine Apotheke, aufnehmen. Durch diesen Verkauf zum Preis von 950.000 Euro, die in das außerordentliche Budget 2011 einfließen, können wir weitere Großprojekte in die Tat umsetzen.

Echo:

Einem Außenstehenden fällt die große Zahl von Restaurants, Firmen, Bankagenturen und Unternehmen auf. Es scheint, als ob Weiswampach seinen vormaligen ländlichen Charakter aufgegeben hat und nun einen besonderen Anziehungspunkt darstellt.

Henri Rinnen:

Wir haben natürlich große Anstrengungen unternommen, um das Entwicklungspotential unserer Gemeinde gebührend auszunutzen. Derzeit zählt unsere Gemeinde mehr als 1.800 Beschäftigte, eine Zahl, die weit über die Bevölkerungszahl hinaus reicht. Davon haben wir an die 1030 Vollzeitbeschäftigte, rund 140 Halbzeitangestellte und 130 zeitlich Beschäftigte sowie mehr als 600 internationale LKW Fahrer. Das Einbeziehen von Firmen und Unternehmen - so lautet natürlich eines unserer Hauptanliegen - darf jedoch nicht zu Lasten der Lebensqualität geschehen. Die Beibehaltung, ja, die Förderung der Lebensqualität in unserer Gemeinde ist uns oberstes Gebot und Anliegen.

Echo:

Dies dürfte denn auch einer der Gründe dafür sein, dass auch der Tourismus in Ihrer Gemeinde besonders attraktiv gestaltet wird?

Henri Rinnen:

Natürlich. Neben unseren Hotels verfügt die Gemeinde Weiswampach über einen sehr modernen und deshalb auch sehr gut besuchten Campingplatz "Klackepëtz", der in der guten Jahreszeit voll ausgenutzt wird. Die Gemeindeverwaltung hat den Campingplatz in jüngster Vergangenheit modernisiert und den heutigen Erwartungen der Besucher angepasst. Und im Winter haben wir - wie Sie wissen - unseren beliebten Wintersport, vor allem mit den Skiloipen für Langlauf, die Interessenten aus der unmittelbaren Nähe, aber auch aus dem nahen und etwas weiteren Grenzgebiet aus Belgien, Deutschland und sogar den Niederlanden, anzieht. Sie wissen vielleicht, dass ich selbst das Mandat des Präsidenten des "Syndicat d'Initiative" aus Weiswampach wahrnehme; damit möchte ich insbesondere auch die Wichtigkeit und die Bedeutung unterstreichen, die die Gemeindeverwaltung im Allgemeinen und der Schöffenrat im Besonderen den Belangen des Tourismus beimisst.

Echo:

Die Lebensqualität zeigt sich ebenfalls in der Qualität des Trinkwassers.

Henri Rinnen:

Es stimmt, dass wir eine vorzügliche Wasserqualität haben. Auch dies ist auf die besonderen Anstrengungen der Gemeindeverwaltung zurück zu führen. Unsere Kläranlage, die erst im Jahre 2001 in Betrieb genommen wurde, gehört mit zu den größten des Landes, zählt sie doch 5.000 EinwohnergleichwertEinheiten mit drei Reinigungsstufen. Das Innenministerium hat sich damals zu 90 Prozent an den Baukosten beteiligt, und die Gemeindeverwaltung Weiswampach musste 10 Prozent des Gestehungspreises aufbringen. Aber die Wasserqualität ist uns diese Ausgabe schon wert. An dieser Kläranlage sind die Ortschaften Binsfeld, Holler, Breidfeld und Weiswampach angeschlossen.

Echo:

Ihre Gemeinde Weiswampach, Herr Bürgermeister, ist natürlich auch bis weit über die Grenzen des Öslings bekannt wegen des sehr großen Einkaufszentrums, eines der größten des Öslings überhaupt.

Henri Rinnen:

Es stimmt, dass sich das Einkaufszentrum bei den sehr zahlreichen Kunden bis weit über die Grenzen unseres Landes hinaus eines hohen Ansehens erfreuen kann, derart, dass in den kommenden Monaten sogar eine bedeutende Vergrößerung des Einkaufszentrums ins Haus steht. Die Beliebtheit der "Grande surface" ist natürlich insbesondere auf das reichhaltige Warenangebot, auf die Kompetenz und die Zuvorkommenheit des Personals und vor allem auf die günstigen Öffnungszeiten zurück zu führen.

Echo:

Und das Vereinswesen in Weiswampach?

Henri Rinnen:

Das Vereinswesen in Weiswampach ist sehr rege. Als eines der letzten Bauvorhaben konnte die Gemeindeverwaltung di neue Feuerwehrhalle in günstiger Lage (direkt an der Nationalstrasse N 7) fertig stellen, in dem auch unsere Musikgesellschaft über einen eigenen Probesaal verfügt. Außerdem sind in unserer Gemeinde mehrere Kirchenchöre, Interessenvereine, Jugendvereine und andere sehr aktiv.

Echo:

Und wie ist Ihre Zusammenarbeit mit den Nachbargemeinden?

Henri Rinnen:

Sehr gut. Dies gilt sowohl auf bilateraler Ebene für sämtliche Nachbargemeinden, und dies trifft auch auf die enge Zusammenarbeit in den Gemeindesyndikaten wie etwa das Syndikat SICLER zu. ECHO: Die kommunalen Aufgaben werden, wie aus Ihrer interessanten Internetseite www.weiswampach.lu ersichtlich, nicht nur vom Schöffen- und Gemeinderat wahrgenommen, sondern auch von mehreren beratenden kommunalen Kommissionen.

Henri Rinnen:

In der Tat, neben der gesetzlich vorgeschriebenen Schulkommission und der ebenfass gesetzlich verankerten Mietkommission verfügen wir über eine Ausländer-, eine Bauten- und eine Kulturkommission sowie über eine Kommission des Freizeitzentrums. Alle leisten als beratende Gremien eine vorzügliche Arbeit.

Echo:

Herr Rinnen, Sie haben bereits manch große Bauprojekte verwirklicht; doch hier stellt sich ja auch die Frage der Finanzen. Haben Sie noch genügend Spielraum im Haushalt 2011 für weitere Bauvorhaben?

Henri Rinnen:

Urteilen Sie selbst an Hand des rektifizierten Budgets 2010 und der Haushaltsvorlage 2011, die beide am 21. Dezember 2010 einstimmig vom Gemeinderat Weiswampach verabschiedet wurden. Im rektifizierten Haushalt 2010 hatten wir einen Überschuss von 1.251.163,42 Euro. Was die Haushaltsvorlage 2011 anbelangt, so stehen sich im ordentlichen Haushalt Einnahmen in Höhe von 5.594.501 Euro und Ausgaben im Betrag von 5.000.880,81 Euro gegenüber, ein Überschuss demnach von 593.620,19 Euro. Nach Verrechnung des Boni im rektifizierten Haushalt 2010 von bekanntlich 1.251.163,42 Euro ergibt sich ein Gesamtboni von 1.844.783,61 Euro. Im außerordentlichen Haushalt sind 1.655.474,31 Euro an Einnahmen gegenüber 3.352.785,53 Euro an Ausgaben verbucht, ein Mali demnach von 1.697.311,22 Euro. Somit wird Ende 2011 ein voraussichtlicher Überschuss von 147.472,39 Euro verbleiben. Sie sehen, dass der Schöffenrat beabsichtigt, rund 3,4 Millionen Euro im außerordentlichen Haushalt zu investieren und dass die finanzielle Lage der Gemeinde Weiswampach nach wie vor sehr gesund ist.

Echo:

Welche Prioritäten sehen Sie denn im außerordentlichen Haushalt vor?

Henri Rinnen:

In Weiswampach wird mit dem Bau einer neuen "Maison Relais" begonnen; dafür ist ein Kredit von 1 Million Euro vorgesehen. 650.000 Euro sind eingeplant für zusätzliche Sanierungsarbeiten im "Kircheneck" in Weiswampach, 600.000 Euro für den Bau des neuen Wasserbehälters und den Netzausbau in Weiswampach, 540.000 Euro für die Schaffung der Wohnsiedlung "Im Geisfeld" in Binsfeld und 139.500 Euro für den Ankauf von Arealen in der Nähe des Schul- und Sportzentrums in Weiswampach beziehungsweise im Ort genannt "Steekaul" in Beiler.

Echo:

Herr Bürgermeister, wir danken Ihnen für dieses aufschlussreiche Gespräch und wir wünschen der Gemeinde Weiswampach und ihren Einwohnern von Herzen nur das Beste für 2011.

Administration communale de Weiswampach
Op Lehmpudel
L-9991 Weiswampach
Tel: 978075-10
Fax: 978078
Email: secretariat@weiswampach.lu
www.www.weiswampach.lu

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