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Larochette – multikulturelle Touristenhochburg mit moderner Infrastruktur. Imprimer Envoyer

Tags: Larochette

Magazine Echo 2008-1
larochette

Echo sprach mit dem Fielser Bürgermeister Pierre Wies über die Entwicklung der touristischen Hochburg Larochette In den letzten 20 Jahren haben wir einige Projekte durch gezogen, um die Gemeinde lebenswerter zu gestalten. Unsere Infrastrukturen sind auf neuesten Stand gebracht worden.

Echo: Könnten Sie sich kurz vorstellen?

Pierre Wies:

Ich bin seit dem 1ten Januar 1976 in dem Gemeinderat Larochette tätig, also schon eine lange Zeit. Am 1ten Februar 1984 kam ich in den Schöffenrat. Seit dem 1ten Februar 1991 bin ich Bürgermeister. Ich bin jetzt 61 Jahre alt und habe somit schon eine lange politische Karriere hinter mir.

Echo: Was ist typisch für die Gemeinde Larochette?

Pierre Wies:

Da gibt es verschiedene Dinge. Typisch ist zum Beispiel die Zusammensetzung unserer Bevölkerung. Ein großer Teil unserer Einwohner stammt ursprünglich nicht aus Luxemburg. Im ganzen Land ist bekannt, dass viele unserer Bürger portugiesischer Abstammung sind und hier die größte Gemeinschaft innerhalb unserer lokalen Bevölkerung bilden. In punkto Tourismus haben wir hier ein sehr altes, historischen Stadtviertel mit vieler wertvoller Bausubstanz und einem Rathaus aus dem 17ten Jahrhundert. Dieses Viertel befindet sich unterhalb der mittelalterlichen Burgruine, die majestätisch über dem Ernztal thront. Wir sind also ohne Zweifel eine touristische Gemeinde. Larochette hat aber auch einen großen Dienstleistungsbereich in zentraler Lage zu bieten. Im Zentrum existieren verschiedene Banken, Post, Zivilschutz, usw nebst klassischen Geschäfte wie Bäcker, Metzger oder Tankstelle. Die medizinische Versorgung vor Ort ist gut. In Larochette findet man noch eine lebenswerte Atmosphäre. Man braucht kein Auto um hier leben zu können. Die Entfernungen im Ort sind kurz. Der Bürger hat alles, was er zum Leben braucht direkt vor Ort. Desweiteren findet er ein reges Vereinsleben vor.

Echo: Lebt Larochette hauptsächlich vom Tourismus?

Pierre Wies:

Larochette ist zu einem nicht geringen Teil touristisch ausgerichtet. Viele Bürger müssen aber trotzdem auswärts statt in unserer Gemeinde ihre Brötchen verdienen. Ein großer Teil unserer Einwohner arbeitet beispielsweise in der Hauptsstadt. Mersch und die so genannte Nordstad sind aber auch nicht weit entfernt.

Echo: Was waren für Sie die wichtigsten Projekte, die hier in den letzten Jahren realisiert wurden?

Pierre Wies:

In den letzten 20 Jahren haben wir einige Projekte durch gezogen, um die Gemeinde lebenswerter zu gestalten. Unsere Infrastrukturen sind auf neuesten Stand gebracht worden. Das Kanalisationsnetz wurde erneuert und eine neue Kläranlage gebaut. Nahezu alle Straßen und unser Stadtplatz wurden komplett erneuert. Blumen verzieren unsere Plätze, wo den ganzen Sommer über Feste gefeiert werden. Außerdem bauten wir ein Kulturzentrum. Die Schule wurde stark vergrößert. Zusammen mit anderen Gemeinden betreibt Larochette eine Sporthalle. Weiterhin wird ein neues Schwimmbecken gebaut, da das Alte nicht mehr zeitgemäß ist. In den letzten Jahren renovierten wir das Manoir de Roebé, wo kürzlich, die Gemeindeverwaltung sowie eine Tagesstätte für ältere Menschen einzog. Am 7ten April wird die neue Maison -Relais in Betrieb genommen. Das sind die wichtigsten Projekte, die wir schon realisiert haben oder noch dabei sind zu realisieren. Nicht zu vergessen, dass demnächst das Zivilschutzgebäude ausgebaut wird. Ein Jugendhaus sowie eine Bëschcrèche (Naturbezogene Kindertagesstätte) sind in Planung.

Echo: Was halten Sie von der neuen Gemeindepolitik, dass Gemeinden mit weniger als 3.000 Einwohnern mit anderen Gemeinden fusionieren sollen?

Pierre Wies:

3.000 Einwohner sind ja noch keine Weltstadt. Die Gemeinden sollten sich dieser Sache nicht verschließen und schauen, was man daraus machen kann. Wer sich einmal die größeren Gemeinden rund um unsere Hauptstadt anschaut, stellt fest, dass diese Gemeinden ihren Bürgern sehr viel bieten. Das politische Ziel ist es ja, den Bürgern des Landes überall die gleiche Lebensqualität zu bieten. Egal ob mit 1.500 oder 3.000 Einwohner, die Bürgernähe ist und wird weiterhin gegeben sein. Wir führen zum Beispiel Fusionsgespräche mit der Gemeinde Fischbach. Ich habe in dieser kurzen Zeit schon sehr viele Bürger der Gemeinde Fischbach kennen gelernt. Ich bin der Meinung, dass wir diesen Quantensprung machen müssen und auf dem Weg dahin sind. Das kann natürlich nur im Dialog mit den Bürgern stattfinden. Das ist ganz klar. Es gibt natürlich auch staatliche Gelder für die Ausgaben der Gemeinden, damit die Gemeinden ihren Bürgern mehr bieten können. Mit 2.000 bis 3.000 Euro pro Kopf kann die Gemeinde schon einiges anfangen.

Echo: Wie sehen Sie die Zukunft der Gemeinde Larochette?

Pierre Wies:

Ich sehe die Zukunft meiner Gemeinde im Verbund mit den Nachbargemeinden. Die Zusammenarbeit klappt jetzt schon hervorragend. Gemeinsame größere Projekte stehen auf der Tagesordnung für die nächsten Jahre, wie zum Beispiel eine interkommunale Wasserversorgung und Abwasserkanalisation inklusive neuer Kläranlage. Wir organisieren zusammen eine Musikschule. Sportanlagen werden gemeinsam genutzt. Ein Hallenbad ist in Planung.

Echo: Kann sich die Gemeinde Larochette wegen ihrer Tallage eigentlich vergrößern?

Pierre Wies:

Das ist unser Schwachpunkt. Die Gemeinde hat ganz wenige Möglichkeiten sich weiter auszudehnen. Wir haben schon ein Problem, was unser Bauland anbelangt.

Echo: Gibt es noch einen wichtigen Punkt?

Pierre Wies:

Ich hoffe, dass die Territorialreform in den nächsten Jahren in die Praxis umgesetzt werden kann. Unser Land braucht diese Reform.

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