Putscheid - Ourtal-Gemeinde mit traditionsreicher Geschichte Imprimer

Tags: Bourgmestre | Putscheid

Magazine Echo 2008-6

Putscheid

 

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Die Gemeinde Putscheid ist 2.700 Hektar groß und besteht aus 7 Dörfern mit insgesamt 950 Einwohner.

Echo sprach mit dem Putscheider Bürgermeister Jean Kinn über die von Touristen gern besuchte Stolzemburger Kupfergrube und die positive Entwicklung der Gemeinde im Schatten des Stausees der SEO

Echo : Können Sie sich kurz vorstellen?

Jean Kinn

Ich bin seit fünf Perioden im Gemeinderat. Vor 15 Jahren ist der frühere Bürgermeister abgetreten. Ich habe dann meine Kandidatur gestellt und bin gewählt worden

Echo: Was kennzeichnet die Gemeinde Putscheid?

Jean Kinn

Viele Bürger im Lande wissen gar nicht mal, wo Putscheid überhaupt liegt. Vielleicht ist die Stromproduktion im Kraftwerk Vianden bekannter, das sich zwischen Bivels und Stolzemburg befindet. Bekannt ist natürlich die Kupfergrube von Stolzemburg. Diese Kupfergrube ist einmalig für die hiesige Region. Die Stolzemburger Grube schloss nach dem letzten Weltkrieg und wurde zur touristischen Attraktion. Die Besucher haben die Möglichkeit ein Museum sowie die alten Stollen untertage zu besichtigen.

Echo: Welche Dörfer umfasst die Gemeinde Putscheid?

Jean Kinn

Die Gemeinde Putscheid ist 2.700 Hektar groß und besteht aus 7 Dörfern mit insgesamt 950 Einwohner. Die 2 Dörfer Stolzemburg und Bivels befinden sich im Tal der Our. Die 5 Höhendörfer bestehen aus den Ortschaften Putscheid, Nachtmanderscheid, Weiler, Merscheid und Gralingen.

Echo: Was waren die bedeutendsten Projekte der Gemeinde in den letzten Jahren?

Jean Kinn

Ein besonders wichtiges Projekt war der Schulbau im Park Hosingen, an dem 4 Gemeinden beteiligt sind. Dann gibt es noch ein Pilotprojekt namens Neues Wohnen in Putscheid. Es handelt sich dabei um Niedrigenergiehäuser mit Fernwärmenetz. Eine zentrale Holzschnitzelanlage sowie Solaranlage heizt die neue Niedrigenergiewohnsiedlung.

Echo: Setzt die Gemeinde Putscheid also auch auf regenerative Energien?

Jean Kinn

In Nachtmanderscheid wurde beispielsweise Energie durch Windkraft erzeugt. Wir waren sogar die erste Gemeinde des Landes, die diese Form der Energiegewinnung ausprobierte. Leider funktioniert die Anlage heute nicht mehr. Viele Bauern sind in der Hosinger Biogasanlage aktiv. Das Pilotprojekt „Neues Wohnen“ in Pütscheid ist wegweisend für eine alternative urbanistische Vorgehensweise. Es gibt in der Gemeinde inzwischen viele Privathäuser mit einer Solar- oder Photovoltaikanlage auf dem Dach. Das Pumpspeicherwerk SEO in Stolzemburg ist bei weitem der grösste Energieproduzent.

Echo: Wie kam die SEO in die Gemeinde Putscheid?

Jean Kinn

Die ländliche Gegebenheiten unserer Gemeinde waren für dieses Projekt besonders gut geeignet. Das war unsere Chance.

Echo: Spielt die SEO eine große wirtschaftliche Rolle für die Gemeinde Putscheid?

Jean Kinn

Die SEO bedeutet vor allem Arbeitsplätze. Viele Einwohner aus Putscheid und den benachbarten Gemeinden im In- und Ausland arbeiten dort. Für unsere Region ist die SEO sehr positiv.

Echo: Wie sieht es mit dem Gewerbe in der Gemeinde Putscheid aus?

Jean Kinn

Eigentlich haben wir ausser der SEO sehr wenig Gewerbe in der Gemeinde. Momentan planen wir eine interkommunale „Zone Artisanale“ auf dem Niklosberg zusammen mit der Gemeinde Vianden.

Echo: Ist Putscheid eine Schlafgemeinde?

Jean Kinn

Putscheid ist eine Schlafgemeinde. Wir wohnen in unseren 7 Dörfern wirklich noch sehr ruhig. Der Verkehr fliesst hauptsächlich über Hosingen. Wir liegen aber nicht völlig abgelegen sondern sind schon nach knapp einer Viertelstunde Autofahrt in Ettelbrück.

Echo: Wie sieht es in Putscheid mit dem öffentlichen Personentransport aus?

Jean Kinn

In den beiden Dörfern im Tal, Stolzemburg und Bivels, fährt jede halbe Stunde ein Bus. In den 5 höhergelegenen Dörfern verfügen wir über den 2-Stundentakt. Es gibt neben den normalen Buslinien noch den „Bummelbus“, der auf Bestellung fährt.

Echo: Welche Rolle spielt heutzutage die Grenze und grenzüberschreitende Zusammenarbeit?

Jean Kinn

Seit Jahren arbeiten wir an einem grossen grenzüberschreitenden Kläranlagenprojekt in Stolzemburg. Wir wollen dieses große Projekt zusammen mit 2 deutschen Gemeinden sowie der Gemeinde Hosingen verwirklichen. Bei dem Projekt haben der luxemburgische sowie der deutsche Staat ihre Hilfe zugesagt. Es gibt weiterhin gemeinsame grenzüberschreitende touristische Projekte. Die touristische Zusammenarbeit zwischen deutschen und luxemburgischen Gemeinden funktioniert schon seit Jahren sehr gut. Wir unterhalten gemeinsam eine Fussgängerbrücke über die Our sowie eine touristische Informationsstelle.

Echo: Gibt es viele Touristen in der Gemeinde Putscheid?

Jean Kinn

Wir haben jährlich bis zu 5.000 Besucher in der Kupfergrube. Die Kupfergrube ist bei den Touristen sehr beliebt. Dort können die Besucherdie Stollen 300 Meter weit besichtigen. Die Kupfergrube ist eine nationale Attraktion, die sich sowohl für die Besucher als auch für die Gemeinde lohnt. Daneben haben wir ja hier noch diese wunderschöne Natur, die jedes Jahr zahlreiche Touristen und Einheimische zum Wandern einlädt.

Echo: Was sind für Sie zur Zeit die wichtigsten Gemeindeprojekte?

Jean Kinn

Ein wichtiges Projekt ist das neue Schwimmbad des Gemeindeverbandes SISPOLO. Die Realisierung dieses Projektes ist natürlich auch von der finanziellen Situation der beteiligten Gemeinden abhängig. Dieses Schwimmbad soll im Park Hosingen (Wahlhausen) neben der interkommunalen Zentralschule gebaut werden. Das Schwimmbad sollte natürlich sehr attraktiv gestaltet werden. Ein Wellnessbereich gehört unbedingt dazu. Die Realisierung dieses Projektes bedeutet für die beteiligten Gemeinden eine große finanzielle Belastung. Unsere Maison Relais wird im Moment vergrößert. Die Zentralkläranlage soll ab 2009 gebaut werden. Desweiteren werden wir mit dem Bau eines neuen Festsaals für die Ortschaft Merscheid beginnen.

Echo: Wie denken Sie über Fusionen?

Jean Kinn

Ich war eigentlich von Anfang an gegen Fusionen. Das zuständige Ministerium sieht das sicher anders, da wir eine sehr kleine Gemeinde sind. Zur Zeit sind Fusionen für uns noch kein Thema. Außerdem steht unsere Gemeinde finanziell recht gut da. Falls es aber keinen anderen Weg mehr geben sollte, wären wir zur Fusionen bereit. Ich wäre sehr gespannt zu erfahren, wie die Bürger unserer Gemeinde zum Thema Fusion stehen. Fusionen werden ja vom Staat gefördert. Gerade die kleinen Gemeinden werden zum Fusionieren aufgefordert. Jeder kann seine Meinung dazu äußern. Wir sind momentan mit unserer Situation zufrieden. Wir versuchen unseren Bürgern einen Maximum an Dienstleistungen anzubieten.

Echo: Wie sehen Sie die Zukunft der Gemeinde Putscheid?

Jean Kinn

Ich sehe für die Zukunft der Gemeinde Putscheid nicht schwarz. Mit Ausnahme der Kläranlagen sind unsere Infrastrukturen intakt.Wenn es den Banken schlechter geht, wird es natürlich auch dem Staat Luxemburg schlechter gehen. Zum Glück verfügt unsere Gemeinde aber noch über genügend finanzielle Reserven. So wie es momentan aussieht, kommt unsere Gemeinde gut über die Runden, ohne sich gross zu verschulden.

Administration commmunale de Putscheid

7, Veinerstross
L-9462 Putscheid
Tel.: 990420 • Fax: 908024
Email: secretariat@putscheid.lu
www.putscheid.lu

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