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Tags: Bourgmestre | Vichten

Magazine Echo 2008-6

Vichten

 

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Echo sprach mit dem Vichtener Bürgermeister Nico Marechal : über das bewusste Leben im ländlichen Raum und einem klaren Bekenntnis zur Bewahrung des Dorfcharakters

Echo: Können Sie sich kurz als Bürgermeister der Gemeinde Vichten vorstellen?

Nico Marechal :

Ich bin seit 1982 im Gemeinderat. In der ersten Session war ich in der Opposition. Ich wollte meine Ideen umsetzen und etwas bewegen. Damals war ich noch relativ jung. In der zweiten Session war ich bereits in der Mehrheit, in der dritten Session Erster Schöffe und in der vierten Session Bürgermeister. Jetzt bin ich in der fünften Session und noch immer Bürgermeister.

Echo: Was würden Sie als typisch für die Gemeinde Vichten bezeichnen?

Nico Marechal :

Wir sind in erster Linie eine dörfliche Gemeinde und versuchen diesen dörflichen Charakter zu erhalten. Hier werden keine Industriezonen oder großen Betriebe angesiedelt. Es gibt allerdings in Vichten einige kleinere Handwerksbetriebe, die wir mit allen Mitteln unterstützen. Eine Reihe landwirtschaftlicher Betriebe existieren im Dorf. Das ist auch gut so. Die Bürger in Vichten wissen einfach, dass sie sich in einem Dorf befinden. Das ist für uns ganz wichtig.

Echo: Was können Sie zum bekannten Vichtener Mosaik sagen?

Nico Marechal :

Das römische Mosaik wurde im Jahre 1994 entdeckt. Durch diese Entdeckung hatten wir hier ganz großen Zulauf. Wir bedauern in diesem Zusammenhang nur, dass sich das Originalmosaik nun im Museum in der Stadt Luxemburg befindet. Bei dem Mosaik neben dem Gemeindehaus handelt es sich um eine Kopie.

Echo: waren für Sie die wichtigsten Projekte der Gemeinde in den letzten Jahren?

Nico Marechal :

Wir haben zum Beispiel unser Schulsystem ausgebaut. Vichten ist auch eine der ersten Gemeinden des Landes mit einem kompletten Team-Teaching. Das Lehrpersonal, die Gemeinde und das zuständige Ministerium haben diesbezüglich sehr gut zusammen gearbeitet. Wir haben unser Hauptaugenmerk auf auf die die Schulbildung gelegt.

Echo: Wie sieht es mit den Infrastrukturen in der Gemeinde Vichten aus?

Nico Marechal :

Unsere Straßen befinden sich in einem guten Zustand, abgesehen von der Kanalisation. Die Kanalisation stammt noch aus den Jahren 1972-1973 und ist natürlich bereits veraltet. Außerdem ist die Bevölkerung unserer Gemeinde in der Zwischenzeit kräftig angewachsen. Deshalb ist die Kanalisation inzwischen einfach zu klein geworden. Das nächste große Projekt für die Gemeinde Vichten und Michelbuch ist deshalb der Anschluss an eine große neue Kläranlage. Diesbezüglich kommen sehr hohe Unkosten auf uns zu.

Echo: Welche Rolle spielt die Kultur in Vichten?

Nico Marechal :

Was das Kulturelle betrifft, kann ich sagen, dass wir hier in Vichten ein reges Vereinsleben haben. In Vichten gibt es sehr viele Vereine, zum Beispiel in den Bereichen Sport, Kultur, Musik, Gesang, Club des jeunes und so weiter.

Echo: Hat Vichten eine Feuerwehrwache?

Nico Marechal :

Unsere Feuerwehrwache wurde zum gleichen Zeitpunkt wie das Gemeindehaus errichtet. Wir haben die Wache damals in Zusammenarbeit mit der Feuerwehr hier integriert. Die freiwillige Feuerwehr ist ja auch eine Art Verein und arbeitet viel ehrenamtlich im Dorf.

Echo: Wie sieht es in Vichten mit den Verkehrsanbindungen und dem öffentlichen Transport aus?

Nico Marechal :

Wir sind eine Randgemeinde, liegen also am Rande des Kantons. Wir sind zwar für unsere Begriffe relativ gut mit Busverbindungen versorgt, sind aber geographisch gesehen als Randgemeinde nun mal ziemlich abgelegen.

Echo: Wie stehen Sie eigentlich zum Thema Gemeindefusionen?

Nico Marechal :

Das mit den Fusionen ist ein großes Problem. Als Randgemeinde sind mögliche Fusionen schwer umzusetzen. Der Gemeinderat hat sich noch nicht geeinigt, ob wir mit dem Norden oder Süden zusammen wachsen sollen. Wir warten noch immer auf ganz konkrete Angebote.

Echo: Kooperiert die Gemeinde Vichten bei einzelnen Projekten schon mit Nachbargemeinden?

Nico Marechal :

Wir arbeiten mit dem Redinger Kanton zusammen. Alle größeren Projekte wie beispielsweise das Altersheim, Schwimmbad, Industriezone, Energiesparen und so weiter wurden in Zusammenarbeit mit dem Redinger Kanton realisiert. Wir legen schon Wert darauf, dass wir im Kanton Redingen bleiben können. Wir verschließen uns aber nicht gegenüber interessanten Angeboten.

Echo: Gibt es in Vichten viele neue Bauplätze?

Nico Marechal :

Im Moment leben rund 1.000 Einwohner in Vichten. Bis zum Jahre 2020 wollen wir auf maximal 1.500 Einwohner wachsen. Das Wachstum soll beschränkt erfolgen.

Echo: Vichten liegt ja in einem Tal. Soll das Wachstum sich auf das Tal beschränken?

Nico Marechal :

Im Bebauungsplan, dem PAG, gibt es noch einige Lücken. Wir wollen auf keinen Fall den PAG ausdehnen. Im Moment haben wir 7 Anträge für neue PAP vorliegen. Wir versuchen dies zusammen mit den jeweiligen Antragstellern zu realisieren. Dabei muß die Gemeinde sich an relativ strengen Kriterien halten. Der neue PAG muß bis spätestens 2010-2011 fertig gestellt sein.

Echo: Rolle spielt in Vichten der Naturschutz?

Nico Marechal :

Der Naturschutz wird in Vichten ganz groß geschrieben. Wir sind eine dörfliche Gemeinde und wollen das auch bleiben. Bei der letzten Gemeindesitzung haben wir beispielsweise verschiedene Projekte für den Erhalt und Schutz von Obstbäumen festgelegt. Dort sollen Obstbäume gepflanzt und geschützt werden.

Echo: Gibt es in Vichten auch Pflegemöglichkeiten für Senioren?

Nico Marechal :

Im Redinger Alterheim sind 10 Betten für Senioren aus Vichten reserviert. Mit Hellef Doheem läuft es auch ganz gut.

Echo: Welche zukünftigen Projekte sind für Sie von besonderer Bedeutung?

Nico Marechal :

Es gibt 2 besonders wichtige Projekte. Erstens wollen wir unsere Schule noch weiter modernisieren. Das Ministerium stellte uns eine gewisse Summe pro Schulklasse in Aussicht. Das zweite Projekt betrifft die Kanalisation. Was sonstige Projekte betrifft, ist momentan finanziell nicht mehr drin.

Echo: Wie sehen Sie die Zukunft von Vichten?

Nico Marechal :

Unsere Gemeinde befindet sich im Zentrum des Landes. Wir werden versuchen kontrolliert zu wachsen. Wir verschließen wir uns auch nicht gegenüber Neuerungen und sind für alles offen. Obwohl wir in einem Dorf wohnen, versuchen wir über den eigenen Tellerrand zu schauen. Unser Prinzip lautet: „Lokal denken – global handeln“

Gibt es noch einen speziellen Punkt, zu dem Sie etwas sagen wollen?

Nico Marechal :

Unsere finanzielle Situation ist nicht besonders gut, da wir keine Einnahmen haben. Wir wollen aber unseren Einwohnern trotzdem möglichst viele Angenehmlichkeiten anbieten, ohne dass diese selbst dafür tief in die Tasche greifen müssen.

Administration communale de Vichten

1,rue de l'église
L-9188 Vichten
Tel: 838738-1
Fax: 889210
Email: secretariat@vichten.lu
Internet: www.vichten.lu

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